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2 (1884) Physiologie der Nerven und der Sinnesorgane und Entwickelungsgeschichte
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Geruchssinn.

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Es gelang freilich nicht, eine Olfactoriusfaser direct in einen solchenFortsatz zu verfolgen, aber durch das besondere Aussehen dieser Zellen,dadurch, dass sie sich eben von den Epithelzellen durch ihre schlankereGestalt unterschieden, und dadurch, dass sie immer diese fadenförmigen

Fortsätze nach abwärts schickten,Fig. 70. war es wahrscheinlich, dass sie

wirklich mit den Fäden des N.olfactorius im Zusammenhangostehen.

Die Sache hat sich indessenin neuerer Zeit nach den Unter-suchungen von S. Exner etwasanders gestaltet. Exner hat anStückchen der Nasenschleimhantvon Menschen und von Thieren,die in Ueberosmiumsäure erhärtetund dann zerfasert waren, gese-hen, dass ganz allgemein die Fa-sern des N. olfactorius nichtdirect in solche Zellenfortsätzeübergehen, sondern dass die Fa-sern des N. olfactorius sich inein maschenförmiges Gewebe (Figur 70 c c) auflösen, in dessen LückenZellen und Zellenkerne eingelagert sind. Mit diesem Maschengewebestehen die oberflächlichen Zellen der Iliechschleimhaut in Verbindung,und zwar beide Arten, sowohl diejenigen, welche man als Epithelzellenbezeichnet hat, als auch diejenigen, welche man früherals Kiechzellen bezeichnete. Sie stehen aber damit inverschiedener "Weise in Verbindung. Die einen, dieEpithelzellen der Autoren, dadurch, dass sie sich untenin plattenartige Stücke (Figur 71 <J) verbreitern, derenSubstanz unmittelbar in die des Maschenwerkes übergeht,und die anderen, indem sie einen feinen Fortsatz nachabwärts senden, der sich auch in dieses Maschenwerkeinsenkt und sich mit demselben verbindet. Man kannalso in der Rieehschleimhaut nach wie vor zwei Artenvon Zellen unterscheiden, die Epithelzellen der Autorenund die schlankeren Itiechzellen der Autoren, aber mankann nicht mehr sagen, dass ausschliesslich die einenoder die anderen zur Aufnahme der riechenden Substanzenbestimmt seien, denn Exner's Untersuchungen habengelehrt, dass keine von beiden Arten direct mit denEndigungen des N. olfactorius in Verbindung steht, dassaber beide indirect mit den Endigungen des N. olfac-torius in Verbindung stehen, und zwar insofern in ganzgleichwerthiger Weise, als sie beide in ein Maschenwerk übergehen, inwelches auch die Enden des N. olfactorius auslaufen.

Es ist wahrscheinlich, dass die verschiedenen Gerüche darauf be-ruhen, dass verschiedene Nervenfasern stärker erregt werden, die mitverschiedenen Centralgebilden in Verbindung stehen, deren Erregung uns

Fig. 71.