Aeusscres Ohr.
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man sich einen Kreis auf der Abseissenaxe abgerollt denkt und die Or-dinaten nach dem Sinus der abgerollten Bogcnstücke oder, was dasselbeist, nach dem Sinus der bei dem Abrollen durchlaufenen Winkel bemisst.ab c sei die eine Hälfte des abzurollenden Kreises. Die Peripherie ist
Fig. oc.
in gleiche Stücke gethoilt und auf der Abseissenaxe abgetragen. DieOrdinatcn sind den Sinus der zugehörigen Bogen, multiplicirt mit demHalbmesser, gleich gemacht. Würde ich die Zahlen für die Sinus nichtmit dem Halbmesser des abgerollten Kreises, sondern mit irgend einerkleineren Grösse multiplicirt haben, so würde ich ein Wellensystem vonkleinerer Amplitude, aber immer noch das Bild von pendelartigen Schwin-gungen erhalten haben.
Nun denken Sie sich die Art und Weise, wie eine Geigensaite dieLuft in Schwingung versetzt. Die Geigensaite wird durch den Bogen fort-geschleppt, dann reisst sie sich von dem Bogen los und schwingt freizurück, dann wird sie wieder vom Bogen erfasst u. s. w. Die Schwin-gung wird daher eine ganz andere Gestalt haben, indem die Bewegungnach der einen und nach der anderen Seite nicht mit gleicher Geschwin-digkeit erfolgt.
In solchen qualitativen Verschiedenheiten der Schwingungen ist auchdie qualitative Verschiedenheit der Töne begründet, das, was wir mit demNamen des Timbre oder der Klangfarbe bezeichnen. Wir werden aberspäter sehen, dass wir vermöge der Organisation unseres GehörorganesSekwingungsgcstalten nicht als solche wahrnehmen, sondern, dass inunserem Ohre ein eigenthümlicher Zerlegungsprocess mit den Schwingungenvor sich o-eht.
Aeusseres Ohr.
.Wir müssen uns erst mit dem Baue des Ohres und mit der Artund Weise, wie die Schallwellen an den Gehörnerven übertragen werden,bekannt machen. Zuerst treffen die Sehallwellen die Ohrmuschel und denäusseren Gehörgang. Im äusseren Gehörgange werden sie wie in einemSprachrohre fortgeleitet. Von der Ohrmuschel hat man gesagt, dass siedazu diene, den Schall zu concentriren und in den äusseren Gehörganghinein zu reflectiron, ja man hat sogar Betrachtungen darüber angestellt,wie alle einzelnen Windungen des äusseren Ohres gerade so gestaltet seien,dass sie in dieser Beziehung das Mögliche leisten. Es ist nun keineFrage, dass ein Theil der Schallwellen, die die Ohrmuschel treffen, aufdem Wege der Beflexion in den äusseren Gehörgang hineingelangt. An-dererseits ist es aber ausser Zweifel, dass gerade bei dem Ohre des