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Gehör.
Lage auf, sondern wir tragen sie nur ihrer Grösse nach auf, senkrechtauf die -wirkliche Richtung der Verschiebung. Wenn wir uns eine Ver-dichtungswelle und eine Verdiinnungswelle vorstellen wollen, so müssenwir sie uns als eine Eeihe von Punkten vorstellen, die von Strecke zuStrecke einander angenähert und von Strecke zu Strecke weiter von ein-ander entfernt sind.
Wenn nun eine solche Welle an unser Ohr schlägt, so bringt sieeinen Schall hervor: troffen mehrere Stösse in unregelmässigcr Reihenfolgeunseren Gehörsnerven, so entsteht das, was wir ein Geräusch nennen. Wennaber eine Reihe von Stössen in periodischer Reihenfolge so rasch auf ein-ander folgt, dass der Eindruck des ersten Stosses noch nicht erloschen ist,wenn schon der zweite kommt, so entsteht dadurch eine continuirlichcEmpfindung, welche wir mit dem Namen der Tonempfindung bezeichnen.Die Empfindung hoher Töne wird hervorgebracht durch Stösse, welcherasch aufeinander folgen, und die Empfindung tiefer Töne wird erzeugtdurch Stösse, die langsam aufeinander folgen. Da die Schallschwingungensich nach den Gesetzen der Wellenbewegung fortpflanzen, so müssen sienatürlich auch nach den Gesetzen der Wellenbewegung reflectirt und nachden Gesetzen der Wellenbewegung gebrochen werden. Sie werden nachden Gesetzen der Wellenbewegung reflectirt, indem ein Schallstrahl, derauf eine feste Wand fällt, von derselben zurückgeworfen wird unter dem-selben Winkel, unter dem er eingefallen ist. Er wird aber nicht zurück-geworfen mit der ganzen Stärke, mit welcher er eingefallen ist,' weil einTheil der lebendigen Kraft der Moleküle auf die Wand selbst 'übertragenwird. Mit dieser Zurückwerfung des Sehalles unter demselben Winkel,unter dem er eingefallen ist, hängt bekanntermassen das Echo zusammen.Wir haben ein Echo, wenn wir uns in einer so bedeutenden Entfernungvon einer ausgedehnten festen Wand befinden, dass der reflectirte Schallan unser Ohr gelangt, wenn schon der Eindruck des ursprünglichen Schalleserloschen ist. Durch mehrfache Reflexion entsteht das mehrfache Echo.Es hängt mit der Reflexion aber auch die Störung zusammen, welche ingrossen Räumen durch den Wiederhall entsteht, die Störung, die ingrossen Räumen für Sprechende, z. B. für Kanzelredner in nicht akustischgebauten Kirchen fühlbar ist, die Störung, welche entsteht in zu grossenund unzweckmässig angelegten Theatern und Concertsälen dadurch, dassdie reflectirten Wellen und die ursprünglichen für den Hörenden zuweit auseinander fallen, so dass Unordnung in die Gehörswahrnehmungenkommt.
Durch die Reflexion des Schallos ist es möglich, die lebendige Krafteiner Sehallwelle für einen entfernten Ort besser zusammen zu halten, alsdies geschehen wäre, wenn man die Schallstrahlen nach allen Seiten sichhätte ausbreiten lassen. Wenn Sie z. B. in eine Röhre hineinsprechen,so wird von den Wänden der Röhre der Schall reflectirt, und die Schall-wellen müssen sich der Röhre entlang bewegen. Nahezu die ganze leben-dige Kraft wird auf Luftschichten von verhältnissmässig geringem Quer-schnitt übertragen, die sich in dieser Röhre befinden. Darauf beruhendie Sprachröhren, welche man in den Gebäuden anbringt, um sich vonverschiedenen Räumen aus mit einander zu besprechen. Darauf beruhenauch die Hörrohre, die Schwerhörigen gegeben werden, damit sie mitihrer Umgebung sich verständigen können. Dieselben haben sehr ver-