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Gehör.
ich mir durch die beiden Gesichtslinien in der Primärstellung eine Ebenegelegt denke, so habe ich die Visirebene, die Blickebene in der Primär-lage. Nun haben Hering und Helmholtz gefunden, dass dieser Horo-pter, wie ich ihn früher auseinandergesetzt habe, nur für den Fall gilt,in dem die Visirebene in der Primärlago ist, und in dem zugleich derFixationspunkt in der Medianebenc liegt. Für alle anderen Stellungenändert sieh dieser Horopter; er ist in seiner allgemeinsten Form dieDurchschnittslinie zweier Oberflächen vom zweiten Grade, und man kannihn sich auf einen Cylinder gezeichnet denken als eine Linie, die erstsenkrecht, das heisst parallel der Cylinderaxe, nach abwärts geht, danneine Biegung macht, um den ganzen Cylinder zu umkreisen, und dannwieder eine Biegung macht, um weiter senkrecht nach abwärts zu gehen.Der Kreishoropter mit der vertiealen Linie ist nur ein specieller Fall dosallgemeinen Horopters, der dadurch entsteht, dass die Schleife, mit derer den Cylinder umkreist, sich schliesst und so die aufsteigende und dieabsteigende Branche sich zu einer geraden Linie vereinigen.
Das Gehör.
So wie wir bei allen Erregungen des N. opticus immer Licht-empfindung hatten, so haben wir bei allen Erregungen des N. acusticusGehörsompfmdungen. Die gewöhnlichen Wahrnehmungen, welche demselbenzukommen, sind Erschütterungen, die ihn in Gestalt von Schallwellentreffen. Aber auch alle anderen wirksamen Erregungen rufen in ihm Ge-hörsempfindungen hervor. So kann der N. acusticus pathologisch erregtsein. Am häufigsten geschieht dies in der Weise, dass man für kurzeZeit, manchmal auch für längere Zeit, sehr hohe Töne hört; häufig auchso, dass man ein Sausen und Pauschen hört, wie das Sausen des Windesund das Brausen des Meeres, auch wohl wie entferntes Wagenrollcn.Dieser Zustand kann permanent werden und so quälend, dass die davonHeimgesuchten in Melancholie verfallen.
Die Erregungen des N. acusticus können endlich auch vom Central-organe ausgehen. Sie haben dann den Charakter von eombinirten Er-regungen, nicht nur. von bestimmten Tönen, sondern auch von einer be-stimmten Reihenfolge von Tönen oder Geräuschen, gewöhnlich von Worten,die gerufen oder gesprochen werden. Es sind dies Gehörshallucinationen,die den Irrenärzten nur zu bekannt sind, und deren erste Anfange siemit dem Namen des Stimmenhörens zu bezeichnen pflegen.
Die gewöhnlichen Erregungen aber, welche dem N. acusticus zu-kommen, sind, wie gesagt, Schallwellen, die ihm entweder durch die Luftoder durch feste Theilc zugeleitet werden. Für gewöhnlich kommen unszwar die Schallwellen durch die Luft zu, aber wir können sie auch ebenso wirksam mit Ausschluss der Luft blos durch eine Kette von festenThcilcn zuleiten. Wenn man eine Stimmgabel so schwach anschlägt, dasssie durch die Luft nicht hörbar ist, und sie dann auf den Kopf setz!, sohört man sie, indem die Schwingungen der Stimmgabel an die Kopf-knochen und von da an das Gehörorgan und den N. acusticus übertragenwerden. Es erwächst hieraus ein wichtiges diagnostisches und prognosti-sches Zeichen für den Arzt. Er will, wenn sich ihm ein Tauber vorstellt,