Augenspiegel.
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längert denkt, es ist ein Glaskegel, der vorn eine convoxe und hinteneine concave Fläche hat. Die Strahlen werden in demselben zusammen-gebrochen und werden durch die hintere Fläche so divergirend gemacht,dass sie in das Auge hineingclangen, wie Strahlen, die aus der Ent-fernung des deutlichen Sehens zum Auge gelangt sind. Dies ist nun auchdas Princip des Galilei'schen Fernrohres, nur mit dem Unterschiede, dassder Conus mit seinen beiden Flächen in zwei Gläser zerlegt ist, in eineSammellinse, durch welche die Strahlen, die von dem entfernton Gegen-stande kommen, convergirend gemacht werden, und eine Zerstreuungslinse,durch welche sie so weit divergirend gemacht werden, dass sie in derEbene der Netzhaut zur Vereinigung kommen. Man kann bekanntlich dieDivergenz der hier austretenden Strahlen und somit die Einstellung einessolchen Fernrohres für die Nähe und für die Ferne damit reguliren, dassman die Zerstreuungslinse von der Sammellinse entfernt oder derselbennähert. Da die beiden Linsen mit dem optischen Apparate des Augesein System bilden, in welchem der hintere Knotenpunkt viel weiter nachvorn liegt als im Auge allein, so gibt eine solche Combination ein ver-grössertes Bild. Während das Galilei'schc Fernrohr für astronomischeZwecke nicht mehr in Gebrauch ist, dient es uns noch allgemein unterder Form des Opernguckers.
Es liegt nun nicht im Principe des Galilei'schen Fernrohres, dassman es nur für grosse Entfernungen anwenden könnte. Wenn man dieBrennweite des Objectivs verkürzt, kann man es auch für geringere Ent-fernungen benützen. Die Brennweite wird dadurch verkürzt, dass manstatt einer Sammellinse zwei nimmt. Nun werden Strahlen, die von ver-kiiltnissmässig nahe liegenden Gegenständen kommen, durch diese beidenLinsen so weit convergirend gemacht, dass sie, durch die Zerstreuungslinsewieder divergirend gemacht, so austreten, dass sie sich auf der Netzhautvereinigen. Dann erhält man wieder ein vergrössertes Bild. Diese Lupe,die nach dem Principe des Galilei'schen Fernrohres construirt ist, hat vorder gewöhnlichen einen wesentlichen Vorthoil, den, dass sie einen vielgrösseren Objectabstand gibt. Bei der gewöhnlichen Lupe muss man sichdem Gegenstande sehr nähern, bei dieser Lupe ist das nicht nöthig. Einesolche Lupe dient also erstens zu anatomischen Präparationen, um Objectozu untersuchen, die sich unter Wasser befinden, zur Untersuchung vonHautkranken, zur Untersuchung der Iris und dergleichen mehr, kurz über-all, wo man sich nicht so unmittelbar den Gegenständen nähern kann oderwill, wie dies bei der gewöhnlichen Lupe nothwendig ist. Sie wurde vonChevalier erfunden, kam aber wieder in Vergessenheit, so dass erst,als sie von Neuem erfunden und in Gebrauch gekommen war, Hartingin seinem Werke über das Mikroskop nachwies, dass sie Chevalier be-reits bekannt gewesen.
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Die Augenspiegel.
Wir haben also gesehen, dass man sich deutliche Nctzhautbilder ver-schaffen kann, erstens von Gegenständen, die zu klein sind, als dass mansie deutlich sehen. könnte, und zweitens von Gegenständen, die zu entferntsind, um ein hinreichend grosses Netzhautbild zu geben. Wir könnenuns jetzt noch die Frage vorlegen: Wie können wir in das Auge eines
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