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Augenspiegel.
i Andern hineinsehen? Wenn wir das Auge eines Andern ansehen, sosehen wir bekanntlich durch die Pupille einen schwarzen Grund, aber wirsehen nichts auf diesem Grunde. Das hat zweierlei Ursachen. Erstenssehen wir nichts auf diesem Grunde, weil die Netzhaut mit ihren Ge-fässen und die Chorioidea, die wir sehen sollten, nicht in der Entfernuno'des deutlichen Sehens sind, und zweitens sehen wir nichts, weil der Augen-grund nicht hinreichend beleuchtet ist. Die Beleuchtung können wir unsverschaffen. Es wird keineswegs alles Licht im Auge absorbirt; es ist be-kannt, dass die Augen derjenigen Thiere, die ein Tapotum haben, wie dieHunde und die Katzen, angeblich im Dunklen leuchten. Sie leuchtenaber nicht im Ganzdunklen, sondern sie geben nur von einer Lichtquelleso viel Lieht zurück, dass sie im Theilweisedunklcn unter gewissen Um-standen leuchtend erscheinen. Wenn zum Beispiel ein solches Thier irgendwoim dunklen Baume in einem Winkel sitzt, und man öffnet die Thüre undes fällt Licht durch dieselbe ein, so leuchtet das Auge dieses Thieros auf.Dies geschieht deshalb, weil die Strahlen, die aus dem Auge zurück-kommen, dieselben Brechungen erleiden wie die, welche in das Augehineingelangten, und somit das Licht näherungsweise an denselben Ortzurückkehrt, von dem es ausgegangen ist. Stehe ich also in der offenenThüre, so muss das lieht zu mir zurückkehren, und folglich muss ich dasAuge des Thieres leuchtend sehen.
Auch aus dem Auge des Menschen kommt Licht zurück, wenn auchviel weniger als von dem Auge dieser Thiere, weil er eben kein Tape-tuni hat, immerhin so viel, dass man auch das menschliche Auge unterpassenden Umständen leuchtend sehen kann. Denken Sie sich das Augeeines Individuums und vor demselben eine Lichtfiamme, so wird dieLichtflamnic ein Bild auf die Netzhaut werfen, und die Strahlen, die zu-rückkommen, werden im Allgemeinen den Weg der eingetretenen Strahlengehen. Wenn sich nun dem zu beobachtenden Auge gegenüber näherungs-weise in einer Linie mit der Lichtflamme ein anderes befindet, und manverdeckt diesem die Lichtflamme, so wird ein Theil des Lichtes, das nichtgenau denselben Weg zurückgelegt hat, in das beobachtende Auge ge-langen, und dieses wird dann das beobachtete Auge leuchten sehen. Ichkann dies aber auch noch anders bewirken. Ich kann ein Planglas, a bFigur 50, schief aufstellen, und zur Seite davon eine Lichtquelle, dannwird das Licht von dem Plangiase in das beobachtete Auge A reflectirtwerden, es wird ein Elammenbild /, auf der Netzhaut entstehen; dasLicht, das von diesem zurückkommt, geht durch das Planglas hindurchund gelangt zum beobachtenden Auge, das sich hinter dem Planglase be-findet. Ich kann auch mehrere Platten hintereinander legen, damit dieBeflexion stärker wird und eine grössere Menge Lichtes in das beobach-tete und somit auch aus demselben in das beobachtende Auge B ge-langt. Dies war die Beleuchtung, welche Helmholtz, der Erfinderdes Augenspiegels, angewendet hat, und welche in der beistehenden Figurdargestellt ist. Nachdem er so das Innere des Auges beleuchtet hatte.handelte es sich darum, wie er sich ein deutliches Bild von den Gegen-ständen verschaffte, welche nun beleuchtet im Grunde des Auges zusehen waren. Denken Sie sich, das beobachtete und . das beobachtendeAuge seien beide für die unendliche Ferne eingestellt, so sehen Sie leichtein, dass die Strahlen, die aus dem ersten Auge parallel herauskommen,