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Voi-grösserungsmittel.
Die weiteren Verbesserungen und Vervollkommnungen des Mikroskopshaben sich einerseits darauf bezogen, dass man die Objeetivlinsen desMikroskops achromatisch gemacht hat, indem man Flintglaslinsen mitCrownglaslinscn conibinirte, und andererseits bestanden sie darin, dassman die sogenannten aplanatischen Combinationcn einführte und verbesserte,das heisst, dass man Linsencombinationen zusammenstellte, bei welchendurch die Art der Zusammenordnung die sphärische Aberration, die Ab-weichung wegen der Kugelgestalt der Oberflächen, auf ein möglichst kleinesMaass zurückgeführt wurde.
In neuerer Zeit ist noch ein wesentlicher Fortschritt gemacht worden.Ami ei Hess die unterste Objectivlinse in Flüssigkeit eintauchen, sie nichtmehr durch Luft, sondern durch eine tropfbare Flüssigkeit von dem Ob-jeete getrennt sein. Es werden hierdurch wesentliche Vortheilc erzielt,indem zwei sehr starke Reflexionen, die gerade bei starken Vergrösserungennachtheilig wirken, die Reflexion der Strahlen beim Austritte aus demDcckglasc und beim Eintritte in die erste Objectivlinse, in viel schwächereReflexionen verwandelt werden, da statt der Luft ein stärker brechendesMedium zwischen Deckglas und Objectivlinse eingeschoben wurde, wasnatürlich auch einen entsprechenden Einfluss auf die beiden gleichzeitigmit den Reflexionen stattfindenden Brechungen ausübte. Amici wendetezu diesem Zwecke Oel oder Wasser an, Oel, weil es einen höherenBrechungsindex hat, Wasser, weil es sich bequemer anwenden lässt. Derallgemeine Usus hat sieh für Wasser entschieden, weil das Oel das Arbeitensehr erschwert. Wir bringen bei den starken Vergrösserungen, bei unserensogenannten Immersionssystemen oder Tauchlinscn, die namentlich durch dieAnstrengungen von Hartnak zu immer grösserer und grösserer Voll-kommenheit gebracht worden sind, einen Wassertropfen unten auf dieObjectivlinse und schrauben sie dann herunter, so dass dieser Wasser-tropfen auch das Deckglas benetzt. Auf diese Weise sind Vergrösserungenerzielt worden von einer Vortrefflichkeit und Lichtstärke, wie sie früherniemals erreicht wurden.
Galilci'schcs Fernrohr und Chevalier's Lupe.
Ausser dem astronomischen Fernrohre gibt es noch ein anderes, dassogenannte Galilei'sche Fernrohr. Galilei ist aber nicht der eigentlicheErfinder desselben. Der eigentliche Erfinder ist ein holländischer Brillen-macher, Hans Lippershey. Sehr bald nach ihm erfand es selbstständigein zweiter Holländer, Metius; Galilei hörte nun von den Wirkungendieser Fernröhre, ohne ihre Construction zu kennen, und fand dann dieseselbstständig.
Wir haben schon früher gesehen, dass wir uns durch ein sehr dickesconvex-coneaves Brillenglas deutliche Bilder verschaffen können, indem wirdie Strahlen zusammenbrechen und dann durch die hintere Oberflächewieder divergirend herausgehen lassen, so dass sie jetzt auf der Netzhautzur Vereinigung kommen. Wir haben das damals nur für Kurzsichtigeangewendet: dasselbe Princip lässt sich aber für jedes Auge anwenden.Hierauf beruht ein kleines Instrument, welches man mit dem Namen desSU'inheirschen Conus zu bezeichnen pflegt. Es entsteht, wenn man sicheine jener dicken convex-coneaven Glaslinsen in der Axe noch mehr ver-