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2 (1884) Physiologie der Nerven und der Sinnesorgane und Entwickelungsgeschichte
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Chröntasie des Auges.

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o-esehenen Punkte kommen, auch wieder auf einen Punkt der Netzhautvereinige. Das erleidet aber bedeutende Einschränkungen. Zunächst werdenim Auge, wie überall, die Strahlen von kurzer Wellenlänge stärker ge-brochen als die Strahlen von grösserer Wellenlänge. Letztere werdensich deshalb voraussichtlich später vereinigen. Bei unseren künstlichen,aus Glas gebildeten optischen Instrumenten vermeiden wir diesen Ucbel-ätand dadurch, dass wir eine Sammellinse von Crownglas mit einer Zer-streuungslinse von Flintglas verbinden. Der Brechungsindex von Flintglasist allerdings höher als der des Crownglases, aber das Farbenzerstreuungs-vermögen des Flintglases ist beinahe doppelt so gross, als das des Crown-glases, und dadurch wird es möglich, dass wir zwei solche Linsen zu-sammensetzen können, die mit einander noch eine Sammellinse bilden,und die doch die rothen und die violetten Strahlen in einer und der-selben Entfernung vereinigen. Es geschieht dies dadurch, dass die Zer-streuungslinse von Flintglas, indem sie eben stark genug ist, die ganzeFarbenzerstreuung aufzuheben, welche durch die Orownglaslinse bedingtwird, nur einen Theil der gesammten Ablenkung wieder aufhebt, welchedie einzelnen Strahlen durch die Orownglaslinse erlitten haben. Es seiFigur 39 A die Orownglaslinse, B die Flintglaslinse, O der Lichtpunktund x' der Vereinigungspunkt der von diesem ausgehenden Strahlen, so

Fig. 39.

bezeichnet 0 K einen einfallenden Strahl gemischten Lichtes. Der weitereWeg desselben nach der ersten Brechung ist für die Strahlen von dergrössten Wellenlänge ausgezogen, für die Strahlen von der kleinstenWellenlänge punktirt dargestellt. Die Möglichkeit dieser achromatischenCombinationen wurde zuerst von Euler dargethan, und von Dollond inLondon wurden die ersten achromatischen Objective ausgeführt.

Es fragt sich nun: Ist das Auge auch nach diesem oder nach irgendeinem andern Principe achromatisirt, und zwar in der That in so voll-kommener Weise, dass die brechbarsten und die am wenigsten brechbarenStrahlen sich wirklich in einer und derselben Entfernung hinter der Linsevereinigen? Wir wissen durch die Untersuchungen von Fraunhofer,dass letzteres nicht der Fall ist. Wollaston hatte im Sonncnspectrumeine Beihe dunkler Linien aufgefunden, und mit der Untersuchung dieserLinien beschäftigte sich später Fraunhofer. Vermöge seiner vortrefflichenoptischen Instrumente entdeckte er noch eine grosse Anzahl schwächererLinien, die der Beobachtung von Wollaston entgangen waren. Alle dieseLinien im Spectrum werden jetzt nach Fraunhofer mit dem Namen derFraunhofer'sehen Linien bezeichnet. Bei diesen Arbeiten bemerkte er,dass er sein achromatisches Fernrohr verstellen musste, wenn er die Linienim Jtoth beobachtet hatte und nun zur Beobachtung der Linien im Gelb,Grün, Blau übergehen wollte. Da er wusste, dass sein Fernrohr achro-