Auge.
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und deutlich constatirt werden. Von besonderem Interesse ist folgendeBeobachtung von Goltz. Er hatte einer Hündin in ihrer Jugend dasRückenmark in der Höhe des ersten Lendenwirbels durchtrennt. BasThier war geheilt, aber die Leitung nicht wieder hergestellt. Als eserwachsen war, wurde es brünstig, und Goltz Hess es belegen. Es gebarein lebendes Junges, dem noch zwei andere todte folgten, wenn auch solangsam, dass man die Entbindung durch Kunsthilfe beendigte. Es istbemerkenswertb., dass das Thier, welches sonst alle männlichen Hundeweggebissen hatte, sich, nachdem es brünstig geworden, gutwillig belegenHess, obgleich ihm doch durch das Rückenmark keinerlei Empfindungenvon seinen Geschlechtstheilen aus zugeleitet werden konnten. Es musstedies also entweder durch Bahnen des Sympathicus geschehen, oder esmusste, wie es Goltz nicht für unwahrscheinlich hält, die geschlechtlicheUmstimmung durch eine veränderte Beschaffenheit des Blutes bewirktsein. Bemerkenswerth ist auch, dass sich sämmtliche Milchdrüsen ent-wickelten und mit Milch anfüllten, auch die vorderen, und dass das Thierdem Jungen dieselbe Zärtlichkeit und Obsorge zuwendete wie eine Hündinmit unverletztem Nervensystem.
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Gesichtssinn.
Das Auge.
Im Alterthume sah man das menschliche Auge als aus drei Flüssig-keiten und drei Häuten bestehend au. Die drei Flüssigkeiten waren: derHumor aqueus, der diesen Namen auch jetzt noch trägt. Der Humorcrystallinus, den wir jetzt Lens crystallina nennen, und der Humorvitreus, den wir jetzt mit dem Namen des Corpus vitreum bezeichnen.Auch in den drei Häuten der alten Anatomen finden wir unsere Augen-käute wieder; aber die Namen haben mannigfache Wandlungen durch-gemacht. Mit dem Namen Sclera, Cornea, Dura bezeichneten die altenAnatomen die jetzige Cornea und Sclerotica zusammengenommen, die äussereHaut des Augapfels. Erst später ist der Name Cornea auf den vorderendurchsichtigen Theil übergegangen, während der Name Sclera oder Scle-lutica dem undurchsichtigen Theile geblieben ist. Die zweite Haut deralten Anatomen war die Tunica uvea. Sie war so genannt von einerWeinbeere, an der man den Stengel ausgerissen hat. Es war darunternichts Anderes verstanden als die jetzige Chorioidea mit Einschluss derIris, so dass die Pupille das Stengelloch für die Weinbeere darstellte, ausder eben der Stengel ausgerissen war. Diese Haut führte auch zugleichden Famen Chorioeides oder Chorioidea, wie es heisst, weil man ihr eineAelmlichkeit mit dem Chorion zuschrieb. Später trennte sich der Nameso, dass der hintere Theil den Namen Chorioidea behielt, und der NameUvea, der ursprünglich das Ganze bezeichnet hatte, auf den vorderen Theilbeschränk), wurde. Der vordere Theil aber, am lebenden Menschen vonvorne gesehen, führte schon den Namen Iris, es blieb also jetzt nur übrig,dass eine hintere Partie dieser Iris mit dem Namen Uvea bezeichnetwurde, und daher ist das seltsame Missverständniss gekommen, welcheseine Zeit lang herrschte, dass die Blendung aus zwei an einander liegenden