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2 (1884) Physiologie der Nerven und der Sinnesorgane und Entwickelungsgeschichte
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Auge.

und mit einander verwachsenen Häuten bestünde, von welchen die vor-dere den Namen Iris und die hintere den Namen Uvea führte. Wirwerden in dem Folgenden immer den Namen Uvea, in demselben Sinnewie die alten Anatomen, für die Gesammtheit dieser Haut gebrauchen,und dagegen die Namen Iris und Chorioidea auf die einzelnen Partien inder jetzt üblichen Weise vertheilen.

Die dritte dieser Häute war die Tunica retina, auch AraneaArachnoidea, die Spinnwebenhaut genannt. Diese umfasste das, was wirjetzt Retina nennen, ausserdem das, was wir jetzt Zonula Zinnii nennen;und in der ältesten Zeit auch noch die vordere Wand der Linsenkapsel.Die Namen dieser Haut rühren sämnitlich von einem Theile her, den wirjetzt nicht mehr mit dem Namen der Retina bezeichnen. Sie wurde Retinagenannt, weil man sie mit einem Netze, das oben zusammengezogen ist,verglich, und der zusammengezogene Theil, der zu diesem VergleicheVeranlassung gab, war, wie begreiflich, nicht unsere jetzige Retina, sonderndie Zonula Zinnii. Auch der Name Aranea oder Arachnoidea rührt vonder Zonula Zinnii her, indem man die strahlige Figur, die die ZonulaZinnii von vorne gesehen darbietet, mit dem strahligen Gewebe einerKreuzspinne verglich. Später wurde die Linsenkapsel als besondere Haut,als Phakocides, unterschieden, so dass also der Name Retina oder Araneaauf unsere jetzige Retina und auf unsere jetzige Zonula Zinnii, welchenoch in verhältnissmässig später Zeit als ein Theil der Retina betrachtetwurde, beschränkt war.

Auch das, was wir jetzt mit dem Namen Conjunctiva bezeichnen,ist in der Weise, wie wir es jetzt besehreiben, erst in verhältnissmässigspäter Zeit beschrieben worden. Wir finden freilich eine Tunica adnatabeschrieben, aber diese entspricht im Alterthume und in der ganzen gale-nistischen Periode, ja selbst noch bei mehreren Anatomen des 17. Jahr-hunderts nicht, dem, was wir jetzt Conjunctiva nennen, sondern einemBindegewebstracte, welcher sich aus der Tiefe der Orbita, vom Rande desForamen opticum über den Augapfel hin verfolgen lässt. Es ist dies dieCapsulc du globe de l'ceil einiger späterer französischer Anatomen. Vesalleitete als der Erste die Conjunctiva so wie wir von der inneren Hautder Augenlider her. In Wahrheit ist unsere Conjunctiva keine selhst-ständige Membran. So wie wir sie für die anatomische Demonstrationpräpariren, können wir sie nur darstellen, indem wir eine Menge vonBindegewebe durchschneiden. Wir unterscheiden bekanntlich eine Con-junctiva bulbi und eine Conjunctiva palpebrarum. Wir präpariren sie so,dass wir das ganze Auge mit den Augenlidern ausschneiden und danndas Bindegewebe rückwärts wegnehmen, so dass wir eine sackförmigeHaut erhalten, an der, wenn wir sie an den Augenlidern aufheben, derPulbus hängt, indem er mit der Hornhaut den convexen Boden diesesSackes bildet. Wir sind aber dabei nur einer Oberfläche gefolgt, dieuns durch ihre Erkrankungen ein wesentliches Interesse darbietet, nichtdie Oberfläche einer anatomisch selbstständigen Haut darstellt. Wir habenmit dem Messer die Faserzüge durchtrennt, mittelst welcher sich dieSubstanz der sogenannten Bindehaut in die des tiefer liegenden Binde-gewebes der Augenhöhle fortsetzte.