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2 (1884) Physiologie der Nerven und der Sinnesorgane und Entwickelungsgeschichte
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N. sympathicus.

gezogen wurden, bei verschiedenen Beobachtern so verschieden ausfielen.Von der reflectorischen Wirkung der Splanchnici auf die Athembewegungenist schon früher gesprochen, als der Einfiuss des Vagus auf dieselbenerörtert wurde.

Die Nerven der Milz stammen nach J. Bulgak wesentlich aus demoberen Theile des Bückenmarks. Von der Hedulla oblongata aus lässtsie sich nicht in Contraction versetzen; leicht dagegen, wenn man denoberen Abschnitt des Bückenmarks vom Atlas bis zum vierten Halswirbelreizt. Beizt man weiter nach abwärts, so fallen die Contractionen schwä-cher aus; bei Beizungen unterhalb des eilften Brustwirbels bleiben sie ganzaus. Der Austritt motorischer Nerven für die Hilz erfolgt nach ihm beiHunden in allen vorderen Wurzeln zwischen dem dritten und zehntenBrustwirbel; sie sammeln sich im N. splanchnicus major der linken Seiteund werden so dem Ganglion coeliacuni und der Hilz zugeführt.

Nach Charles >S. Boy kann man indessen auch durch Beizung derperipherischen Stümpfe der durchschnittenen Vagi die Hilz in Zusammen-ziehung versetzen. Nach ihm kann ferner durch Eoizung sensibler Nervenauf dem Wege des Beflexes Hilzcontraction hervorgerufen werden, auchdann noch, wenn beide Vagi und beide Splanchnici durchschnitten sind.

Die motorischen Blasennerven stammen nach Versuchen von Budgeaus dem dritten und vierten Sacralnerven. Die zugehörigen centralenBahnen sollen durch die Vorderstränge und die Corp. restiformia bis in dieBedunculi cerebri verfolgt werden können. Blasenlähmungen nach Bücken-marksverletzungen in den verschiedensten Höhen sind auch allen Aerztenwohl bekannt. Nach Gianuzzi und nach Goltz bekommen indessenHunde, denen das Bückenmark durchschnitten ist, meist wieder nacheiniger Zeit das Vermögen Harn zu lassen. Der Harn fiiesst nicht passivab, sondern wird unter Beihilfe des Bulbocavernosus ausgestossen. Bis-weilen kann auch solche Harnentleerung durch äusseren Beiz reflectorischhervorgerufen werden, es muss also ein Beflexcentruni im Lendenmarkliegen. Aehnliches findet Goltz für den Afterschliesser.

Aehnlichen Schwierigkeiten, wie beim Darm, begegnen wir beiden Bewegungen des Uterus, über welche in neuerer Zeit namentlichvon Oser und Schlesinger Versuche angestellt worden sind. Diesehaben ergeben, dass auch hier, ähnlich wie dies auch beim Darmkanalbeobachtet wurde, Abhalten des Blutes aus den Gefässen des Uterus Con-tractionen hervorbringt, dass aber der Erfolg einige Zeit auf sich wartenlässt. Der Erfolg tritt aber viel plötzlicher auf, wenn man allgemeineoder wenn man Gehirnanämie hervorbringt. Sie überzeugten sich auchdurch Durchschneidung der Hedulla oblongata zwischen Atlas und Hinter-haupt, dass Impulse vom Gehirne zum Uterus gehen und ihn in Con-traction versetzen, und dass sie das Bückenmark entlang fortgepflanztwerden. Die Gehirnanämie wurde nämlich unwirksam, wenn sie dieHedulla oblongata durchschnitten hatten, während die locale Anämie nochihre Wirkung äusserte. Diese Impulse sind aber sicher nicht die einzigen.Ein 24jähriges Hädchen erlitt während der Schwangerschaft einen Bruchdes dritten und vierten Halswirbels. Obere und untere Extremitätenwaren gelähmt, ebenso Hastdarm und Harnblase. Ebenso verbreitet wardie Empfindungslosigkeit. Das Hädchen gebar ohne Schmerzen, aber dasVorhandensein von Wehen, von Uteruscontractionen, konnte objeetiv sicher