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Gehirn.
tragung der Hemisphären das Bein herauszog. Dann findet er, dass erdas Bein langsamer herauszieht, so dass die Zeit, in welcher sich dieBeize summiren grösser ist, als bei einem normalen Frosche. Er sa<*t:das eine Mal habe ich das ganze Hemmungscentrum vom Rückenmarkeabgetrennt und deshalb ist die Reflexbewegung leichter erfolgt; das andereMal habe ich das Hemmungscentrum durch Kochsalz chemisch gereizt.dadurch dasselbe erregt, es ist also die Reflexbewegung gehindert worden,der Reflex wurde später ausgelöst als unter normalen Verhältnissen.
Wir wollen hier nicht eingehen in die Controverso, zu welcherdiese Lehre, gegen die namentlich Herzen aufgetreten ist, Veranlassunggegeben hat. Wir wollen nur ganz allgemein die Angabe festhalten, dassim Gehirne Contra enthalten seien, von denen Wirkungen ausgehen, welchedie Auslösung von Reflexbewegungen erschweren oder verhindern können.Unzweifelhaft ist es, dass vom Gehirne aus Reflexbewegungen entgegen-gewirkt werden kann; das lehren die Erfahrungen des täglichen Lebens.Man kann bis zu einem gewissen Grade willkürlich das Husten unter-drücken, man kann sieh bei schmerzhaften Empfindungen des Schreienserwehren u. s. w. Aber man kann bis jetzt nicht sagen, dass das Bereichdieser Gegenwirkungen beim Menschen mit Bestimmtheit begrenzt wäre,und die Apparate und die Bahnen, in denen sie ablaufen, sind nicht mitBestimmtheit bekannt. Es ist auch die Mechanik dieser Hemmungen nichtimmer dieselbe. In überaus zahlreichen Fällen findet die Hemmung ander Peripherie statt, indem Antagonisten der Muskeln, welche die Reflex-bewegung ausführen sollen, contrahirt werden, oder indem die Beflex-bewegung durch sonstweiche mechanische Mittel verhindert wird, wiez. B. wenn wir die Lippen nicht nur zusammenpressen, sondern sie auchmit den Zähnen festhalten, um nicht zu lachen.
Sehen wir von diesen bewussten Hemmungen ab und bleiben beidem seiner Hemisphären beraubten Frosche stehen, so bietet unser Gegen-stand der Betrachtung noch eine andere Seite dar.
Man muss die von Setschenow und von Herzen beobachtetenErscheinungen in Zusammenhang bringen mit denjenigen, welche Brown-Sequard und Türk schon früher nach halbseitiger Durchschneidung desRückenmarks beobachtet hatten. Türk fand, dass pathologische Entartungenin der Weise in beiden Seiten des Rückenmarks fortgeschritten waren,dass sie beiderseits über die Mittelebene hinausgingen. Sie lagen dabeinoch verhältnissmässig nahe aneinander. Hier müsste also jede directe, aufderselben Seite verbleibende Längslcitung irgendwo unterbrochen sein, unddoch war während des Lebens keine Erscheinung vorhanden, die daraufhindeutete. Es könnte hienach auf den ersten Anblick scheinen, als obdie Leitung im Rückenmarke keine bestimmte, im Allgemeinen vorge-schriebene Bahnen hätte, sondern dass sie auf jeder beliebigen Bahn imRückenmarke fortzuschreiten vermöchte, so lange nur noch eine Substanz-brücke vorhanden ist, durch die sie hindurchgehen kann. Man könntehierbei an das Gerlach'sehe Netz von Nervenfasern denken, das das ganzeBückenmark durchsetzt. Aber dieser auffallende Befund und der Gegen-satz desselben zu den Erscheinungen im Leben hängt offenbar damit zu-sammen, dass sich im Laufe der Zeiten, ebenso wie sich die Degenerationenbildeten, auch neue Nervenhahnen gebildet haben, auf welchen nun Im-pulse fortgeschritten sind, die im gesunden Rückenmarke diese Wege nicht