Druckschrift 
2 (1884) Physiologie der Nerven und der Sinnesorgane und Entwickelungsgeschichte
Entstehung
Seite
41
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Elektrische Fische.

41

aber nachgewiesen, dass umgekehrt das Schwanzende positiv und das Kopf-ende negativ wird. Max Schultze erklärt diesen scheinbaren Wider-spruch in folgender Weise: Wenn man die elektrische Endplatte näheruntersucht, so findet man, dass sie an ihrer vorderen Seite in der Mitteeine nabeiförmige Hervorragung hat, und wenn man den Endast des Nervenverfolgt, so sieht, man, dass dieser die Endplattc durchbohrt und nichtan ihrer hinteren Fläche, sondern vorn in dieser nabeiförmigen Hervor-ragung endigt. Boll ist indessen dieser Auffassung entgegengetreten,indem er das, was Max Schultze als den durchbohrenden Nerven deu-tete, als einen stielartigen Fortsatz der Platte ansieht, in den der Nervübergeht. Auch Zitterwelse sind nach Europa gekommen und ausführlichvon du Bois untersucht worden, der mehrere Exemplare durch Goodsirerhielt und im Berliner Museum in einem Troge mit gewärmtem Wasseraufbewahrte, um alle ihre Gewohnheiten zu studiren.

Die dritte Art der elektrischen Fische sind die Zitterrochen, vondenen das Genus Torpedo in mehreren Species im Mittelmeerc verbreitetist und deshalb vielfach und frühzeitig untersucht wurde. Bei den Zitter-rochen liegt das elektrische Organ zwischen dem Kiemengerüst des Thiereseinerseits und der Brustflosse andererseits und nimmt ein ausgedehntesAreal ein, das sich an der Bauchseite schon durch die Haut hindurchauszeichnet, dadurch kenntlich, dass es in eine Menge kleiner sechseckigerFelder eingetheilt ist. Diese entsprechen ebenso vielen Säulen von elek-trischen Elementen, die von der Bauchseite des Thieres nach der Bücken-seite hindurchgehen. Wenn man sich also den Kochen der Quere nachdurchschnitten denkt, so liegt in der Mitte desselben der Körper, zu beidenSeiten die vorderen

Extremitäten, und Fi S- -

der Raum zwischenbeiden ist durch dieSäulen des elektri-schen Organes er-füllt, deren sechs-eckige Basen manan der Bauchseitedes Thieres sehenkann. Betrachtetman eine einzelne

solche Säule, so findet man, dass sie der Quere nach durch lauter Septagothoilt ist, dass dadurch flache Kästchen (siehe Figur 10) entstehen,und in jedem dieser sich eine elektrische Platte in Gestalt einer galler-tigen Scheibe befindet, zu der von unten her der Endast einer Nerven-faser herantritt und sich nach mehrfachen dichotomischen Theilungen miteinem feinen Endnetze, oder richtiger Endgitter, hier verzweigt. Dieuntere Seite wird hier also negativ, die obere positiv. Der Strom gehtsomit im Wasser von der Rückenseite um das Thier herum zur Bauch-seite. Da die Säulen, die der Axe des Thieres näher liegen, höher, sindund mehr Platten enthalten als die entfernter liegenden, so Averden ander Rückseite die Partien in der Nähe des Rumpfes mehr positiv seinals die Partion in der Nähe der Brustflosse, und an der Bauchseite werdendie Partien in der Nähe des Rumpfes mehr negativ sein als die m der