Elektrische Fische.
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jnftgnetisirt, kurz alle möglichen Proben mit ihnen gemacht, um zu er-weisen, dass sie wirklich eben solche Ströme sind wie die, welche unserephysikalischen Vorrichtungen geben.
Die Art, wie die elektrische Wirkung wachgerufen wird, bietet vielAnalogie mit der Art und Weise, in der die motorischen Nerven dieJfuskelcontractionen auslösen. Erstens unterliegen sie dem Willen desThieres. Das Thier gibt elektrische Schläge nach Willkür und bedientsich derselben, thoils um sich gegen seine Feinde zu schützen, theils umseine Beute zu betäuben. Zweitens werden die Ströme durch directeHeizung der zu den elektrischen Organen gehenden Nerven ausgelöst.Drittens werden die Ströme auch auf reflcctorischem Wege ausgelöst,nnd endlich zeigt sich das elektrische Organ in derselben Weise ermüdbarwie die Muskeln. Wenn das Thier eine Iieihe von Schlägen abgegebenhat, werden dieselben schwächer und schwächer, gerade so, wie ein Muskel,nachdem er eine Reihe von Contractioncn gemacht hat, nicht mehr imStande ist, sich mit der früheren Kraft zusammenzuziehen.
Gymnotus electricus ist ein Süsswasserfisch Südamerikas, wo ernamentlich in den Landseen von Surinam vorkommt. Aus diesensind mehrere Exemplare nach Europa gebracht worden, so nach Neapel,ferner auch nach London, wo sie in der dortigen Adelaidengallerie gezeigtwurden. Wenn man die Haut des Zitteraales auf der Seite öffnet, sofindet man, dass jederseits
den ganzen Körper entlang Fl s- 8 -
das elektrische Organ ge-lagert ist, so dass es obenan die Muskeln der Wirbel-säule anstösst und untendurch die Muskeln, welchedie lange, die Mittelliniedes Bauches entlang lau-fende Flosse bewegen, be-grenzt wird. Wenn mandas Organ näher betrachtet,so findet man an demselben eine Menge von Längsstreifen, die ebensovielen Septis, ebenso vielen bindegewebigen Scheidewänden entsprechen.Auf diesen senkrecht und noch dichter gestellt, findet man zartere Quer-wände, so dass also das Ganze in lauter Kästchen (siehe Figur 8 *) ge-fheilt ist. In jedem dieser Kästchen liegt eine gallertartige Platte, andie von rückwärts her ein Endast einer Nervenfaser herantritt und daselbstendigt, indem er in ein feines Netzwerk oder Gitterwerk übergeht. DiesePlättchen sind in der beistehenden Figur durch Punktirung kenntlichgemacht.
Wenn man die Wirkungen des Zitteraals untersucht, so findet man,dass der Strom in der AVeise verläuft, dass er vom Kopfende zum Schwanz-ende des Thieres in dem umgebenden Leiter, im Wasser, geht. DasKopfende wird also positiv, das Schwanzende negativ. Da das Thier einemGebilde zu vergleichen ist, an welchem seitlich Beihen von Volta'schenSäulen angelegt sind, so wird auch die Seite des Elementes der Volta-
*) Fig. 8, 9 und 10 nach Max Schultze.