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2 : S/S. 1886 (1887) Physiologie der Nerven und der Sinnesorgane und Entwickelungsgeschichte
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Das Solion und die Farben.

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Alle Erregungszustände des N. opticus kommen uns als Lichtempfin-dungen zum Bcwusstscin, auch die durch mechanische oder elektrischeHeize erzeugten, ebenso wie die, welche das Licht hervorruft.

Wenn man im äusseren Augenwinkel einen Druck auf die Sclcraausübt, so sieht man vor der Nasenwurzel eine helle Scheibe. Macht manden Druck etwas stärker, so bekommt die Seheibe in der Mitte einendunklen Fleck, breitet sich aber mehr aus, so dass sie ein heller Kingmit verwaschenen Rändern wird. Die Lichterscheinung ist die Wirkungdes mechanischen Reizes, den man auf die Netzhaut ausübt. Wenn manim Dunklen die Augen rasch hin und her wirft, so sieht man Lichtblitze.Diese sind nichts Anderes als die Folgen der Zerrung des N. opticus.Hustet man im Dunklen, so sieht man Lichtblitzc vor den Augen. Diesesind nichts Anderes als Folgen der Reizung, welche durch die plötzlicheStauung beim Husten im N. opticus hervorgerufen wird. Auch auf elek-trischem Wege kann man die Netzhaut und den Sehnerven zur Licht-empfindung reizen. Es ist dies vielfältig geschehen, und man sieht dannsowohl beim Ocffnen, als beim Schlicsscn des Stromes, aber auch währenddes Stromes, Lichtfiguren, die am genauesten von Purkinje studirt wordensind, der sie folgendermassen beschreibt:Brachte ich den Leiter desKupferpols in den Mund und berührte mit dem Leiter des Zinkpols denAugapfel, so erschien in dem früher finsteren Gesichtsfelde an der mirsonst wohlbekannten Eintrittsstelle des Sehnerven eine hellviolotto lichteScheibe; im Axcnpunktc des Auges war ein rautenförmiger dunkler Fleck,mit einem rautenförmigen gelblichen Lichtbandc umgeben, darauf folgte eingleiches finsteres Intervall und auch ein etwas schwächer leuchtendes gelb-liches Rautenband; die äusserste Peripherie des Gesichtsfeldes aber deckteein schwacher, lichtviolctter Schein, der, wie man das Auge rollte, ab-wechselnd an einzelnen Stellen heller wurde. Hob ich die Berührung auf,so kehrten sich die Farben um. Wechselte ich die Pole, brachte ich denKupferpol ins Auge und den Zinkpol in den Mund, so kehrten sieh dieFarben, sowie auch die Licht- und Schattenpartien um. Am Eintrittsortedes Sehnerven war ein finsterer, kreisrunder Fleck, mit einem hellviolettcnScheine umgeben, der als ein hellviolettcs Rauten band gegen die Mittedes Gesichtsfeldes auf- und niederstieg und sich mit zwei convergirendenSchenkeln auf der entgegengesetzten Seite schloss; diesem nach innen warein finsteres Intervall und im Axenpunkte des Sehfeldes eine glänzende, hell-violette Rautonfläche. Diese Figur, sowie auch die vorige erscheint jedesmalam lebhaftesten beim Eintritte der Berührung, ist während ihrer Andauer,wenn die Leitung nicht auf irgend eine Weise unterbrochen wird, nurschwer zu bemerken und erscheint auf einen Augenblick mit entgegen-gesetzten Licht- und Farbstcllen bei der Trennung wieder. Die Intensitätbei Anwendung des Knpferpoles, also bei aufsteigendem Strome, ist un-gleich grösser als die beim Zinkpole. Das Lichtviolett ist in dieserErscheinung gesättigt und den Grund vollkommen deckend, das gelblicheLicht hingegen erscheint selbst bei den stärksten Entlädungen nur wieder Ueberzug eines schwachen Firnisses, wie wenn eine gelbe Saftfarbcauf schwarzen Grund aufgetragen würde."

Die Erregung kann auch von den Centraltheilen ausgehen und ihreUrsache dann nach dem Gesetze der exccntrischcn Erscheinungen nachaussen versetzt werden. So entstehen die Traumbilder und so entstehen die

HMM