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2 : S/S. 1886 (1887) Physiologie der Nerven und der Sinnesorgane und Entwickelungsgeschichte
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Tunica rotina.

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kommen würde, so würde dadurch eine Verwirrung in den Eindrücken ent-stehen. Nun bilden aber die Stäbchen mit den zwischen ihnen liegendenAussengliedern der Zapfen einen Apparat, vermöge dessen das Licht aufseinem Rückwege grösstenthoils wieder durch das Nervenelement hindurch-gehen muss, durch welches es eingefallen ist. Das beruht auf der totalenBeflexion.

Denke ich mir (Figur 26) eine Trennungsiiäche a b zwischen zweiMedien und errichte ich mir darauf eine Senkrechte c d und denke mir,ich hätte einen einfallenden Strahl / e, so ist i der Einfallswinkel. Wennich annehme, dass das zweite Medium dünner ist als das erste, so müssendie Strahlen vom Einfallslose abgebrochen werden. Der Brechungswinkelr ist also grösser als der Einfallswinkel i. Nach der Fundamentalgleichungder Dioptrik ist jjpj == c, wobei c eine Constante vorstellt, welche manerhält, wenn man die Fortpflanzungsgeschwindigkeit im ersten Mediumdividirt durch die Fortpflanzungsgeschwindigkeit im zweiten Medium. Dadiese Constante in unserem Falle kleinerals 1 ist, so muss beim Wachsen von ider sin r scho7i gleich 1 werden, wennsin i noch kleiner als 1 ist. Wächstdann i noch weiter, so erhalten wirdurch unsere Gleichung für sin r einenWerth, der grösser ist als 1. Nun gibtes aber keinen Sinus, der grösser istals 1, und unser Resultat hat keinenanderen Sinn als den, dass hier keingebrochener Strahl mehr existirt, son-dern dass alle Strahlen reflectirt werden.

Nimmt man ein leeres Rcagirglas und taucht es ins Wasser, so erhält eseinen metallischen Glanz. Das beruht darauf, dass eine sehr grosse MengeLichtes wegen der schiefen Incidonz an der inneren Oberfläche, wo es indie Luft übergehen sollte, reflectirt wird, eine Monge, die ähnlich grossist wie die, welche ein metallischer Körper reflectirt. Die stabförmigenKörper nun sind stark lichtbrechend und sind von einander getrennt durcheine schwächer brechende Zwischensubstanz. Diese trifft alles Licht,welches einmal in einen solchen Stab eingetreten ist, unter sehr schieferIncidonz, es wird deshalb total reflectirt, es ist gewissermassen eingesperrtund muss, abgesehen von dem, was etwa nach dem Austritte am äusserstenEndo zerstreut wird, auf demselben Wege zurück, auf dem es gekommenist. Die Hauptmasse des zurückkommenden Lichtes geht also durch das-selbe Netzhautclement, das es schon auf dem Hinwege getroffen hat.Hieraus erklärt es sich, dass die Thiero mit einem Tapetum nicht nurnicht schlechter sehen als wir, sondern dass sie in der Dämmerung sogarviel besser sehen als wir. Beim Menschen kommt das Licht, das durchdie Netzhaut hindurchgeht, grösstenthoils nur einmal zur Wirkung. Beidiesen Thieron aber kommt eine viel grössere Menge Lichtes zurück.Dieses Licht, das zurückkehrt, verbrauchen sie ein zweites Mal, es mussalso dieselbe Lichtmenge eine stärkere Erregung in ihrer Netzhaut hervor-rufen, als dies bei Thieren der Fall ist, die kein Tapetum haben.Möglicherweise ist auch bei den Zapfen blos das Innenglicd der eigent-liche Angriffspunkt für das Licht, und das Aussenglicd des Zapfens, das

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