Sclerotien.
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Die Sclerotica.
Die Sclerotica ist eine fibröse Membran. Sie ist am dicksten amhinteren Umfange des Auges, verdünnt sich, dann gegen den Acquator desAugapfels hin und dann noch mehr unter den Ansätzen der geraden Augen-muskeln; dann verdickt sie sich wieder, indem die Fasern von den Sehnender geraden Augenmuskeln nach vorne und nach den Seiten hin in sieausstrahlen und so gewissermasson, indem sie sich mit den Scleroticafasernverflechten, eine neue Schicht bilden. Diese vordere Verdickung, welchedie Sclcra unter Mitwirkung der Sehnen der geraden Augenmuskeln erfahrt,ist als eigene Membran, als die sogenannte Tunica innominata Columbibeschrieben worden. Sic stellt aber keine solche dar, sondern lässt sichnur gewaltsam mit dem Messer ablösen. Die Sclcra ist verhältnissmässiggefässarm und enthält unter ihrer inneren Oberfläche ein ziemlich weit-maschiges Netz von Capillarcn. An der Eintrittsstelle des Sehnerven findetsieh ein schon Ilallcr bekannter arterieller Gcfässkranz, der zahlreicheAeste in das Bindegewebe sendet, welches die einzelnen Bündel der Sch-norvonfasern von einander trennt. An der inneren Seite der Sclcra hatman eine Lamina fusea sclcroticae unterschieden. Unter diesem Namensind aber zwei verschiedene Dinge beschrieben worden. Bei vielen Thiorenhat die innere Partie der Selera selbst Pigmentzcllcn, so dass die innereOberfläche derselben gefärbt ist; und das hat man als Lamina fusca sclero-ticae beschrieben. Andererseits aber befindet sich zwischen der Chorioidcaund der Sclcra ein zartes, bei brünetten Menschen pigmentirtes Gewebe,das seinem histologischen Charakter nach dem Stroma der Chorioidcagleich ist, das aber häufig der Sclcra fester anhaftet als der Chorioidca,so dass es, wenn man in der gewöhnlichen Weise die Selera von derChorioidca abtrennt, als ein weicher, gefärbter Ucberzug auf der Innen-fläche der Sclcra bleibt. Auch dieses Gewebe ist mit dem Namen derLamina fusca sclcroticae bezeichnet worden.
Die Sclcra ist bald mehr kugelförmig, bald bildet sie ein schief-liegendes Ellipsoid, das man sich durch Umdrehung einer Ellipse um ihrekleine Axo entstanden denken kann; seltener bildet sie ein schiefliegendesEllipsoid, das man sich durch Umdrehung einer Ellipse um ihre grosseAxe entstanden denken kann. Letzteres kommt bei den sehr langen Augenvor, die wir später als die sehr kurzsichtiger Individuen kennen lernenwerden. Man sagt gewöhnlich, dass die Sclcra nach vorn mit der Corneain der Weise verbunden sei, dass die Cornea wie ein Uhrglas in eineUhr in sie eingesetzt sei. Das ist aber nicht ganz richtig. Das Uhr-glas ist in die Uhr mittelst eines eigenen Falzes eingefasst, und dem ent-sprechend sprach man auch von einem Falze der Sclcra, in welchen dieCornea eingesetzt sei. Ein solcher Falz existirt aber nicht, sondern dieGrenze zwischen Cornea und Selera läuft von vorne nach hinten gerad-linig fort, und zwar an den Seiten ziemlich der Augenaxe parallel, obenund unten aber gegen diese geneigt, und zwar in der Weise, dass sie sichnach vorn zu derselben nähert, nach rückwärts sich von derselben entfernt.Die vordere Ansicht der Hornhaut stellt deshalb eine qucrliegende Ellipsedar, während sie von rückwärts kreisförmig erscheint. Bei diesem thcil-weise schrägen Vorlaufe zwischen Cornea und Sclcra kann man bei derbeträchtlichen Dicke der Häute schon in einiger Entfernung von der