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Hornhaut.
die sich nach rückwärts bis zu den schon früher bekannten tieferliegendenFasern verfolgen Hessen. Von diesen dringen sehr feine marklose Fädennach aufwärts zwischen die Epithclzellen, um zwischen denselben blindzu endigen.
Blutgefässe hat nur der Randthcil der Cornea. Sie kommen von derConjunctiva und überschreiten den Eand der Cornea an beiden Seiten etwaum 1 Mm., von unten her etwa um l'/ 2 Mm., und von oben her etwaum 2 Mm. Es entsteht dadurch ein gefässfreies Feld auf der Cornea, wel-ches seiner Gestalt nach einer Ellipse mit horizontal liegender grosser Axenahe kommt. Am Rande dieser Ellipse endigen die Blutgefässe mitarkadenförmigen capillaren Schlingen. Mohr in der Tiefe werden die ein-tretenden Ncrvenstämmchen von umspinnenden Gefässen begleitet, die nochetwas weiter vordringen als die eben erwähnten, von der Conjunctivastammenden Blutgefässe. Man hat der übrigen Hornhaut noch ein Systemvon feineren Gefässen, welches von den Capillargofässen aus gespeist werdensoll, zugeschrieben, ein System von so feinen Gefässen, dass in sie keineBlutkörper eindringen, sondern nur Plasma. Ein solches existirt hiernicht. Man glaiibte die speisenden Capillaren in feinen, radial vorlaufendenund anscheinend blind endigenden Gefässen am Hornhautrandc zu sehen.Aber diese sind nichts Anderes als die radial verlaufenden Schenkel derEndschlingcn. Wenn man dergleichen Injcctioncn im frischen Zustandeuntersucht, so findet man noch Blutkörperchen im Verbindungstheile zweiersolcher Schenkel angesammelt. Biese Bilder entstehen dadurch, dass dieInjeetionsmasse von beiden Seiten eine Portion Blut zwischen sich eindrängtund nun nicht die ganze Schlinge erfüllen kann.
Man hat sich vielfach auf die pathologischen Erscheinungen berufenund gesagt, es müssten normaler "Weise in der Hornhaut Gefässe vorhan-den sein, weil diese bei Entzündung derselben so rasch erscheinen. DieseBeweisführung hat aber heutzutage keinen Werth mehr, seit man die Ge-schwindigkeit kennt, mit welcher sich pathologische Gefässe bilden können.Früher, als man sich noch der erstarrenden körperlichen Injectionsmasscnbediente, konnte man glauben, dass hier in der That ein feines Gefässnetzsei, welches nur äusserst schwer injicirt wird. Heutzutage aber, wo wirmit Injectionsmassen, die keine festen Körper enthalten, mit Carmin, lös-lichem Bcrlinerblau u. s. w. injiciren, können wir mit Sicherheit sagen,dass hier keine Gefässe vorhanden sind, da an gesunden Augen sich dieGefässgrenzc immer in ein und derselben Weise darstellt.
Lymphgcfässe sind auch in der Cornea beschrieben worden. Es istkeine Frage, dass, wenn man einen Einstich macht und eine gefärbte Massehineintreibt, mittelst derselben ein System von interstitiellen Gowebsräumcn,von Saftkanälen, zwischen den Fasern der Cornea erfüllt wird. Es sinddies dieselben interstitiellen Gewebsräume, in welchen die Corneakörpcr-chen theils liegen, theils ihre Wanderungen vollziehen, erweitert und ge-legentlich auch vermehrt durch den Druck der Injeetionsmasse. Von wirk-lichen Lymphgefässcn kann aber hier keine Bede sein, schon deshalb nicht,weil hier keine Blutgefässe vorhanden sind und bekanntlich die Lymph-gcfässe immer nur die Kanäle darstellen, die das von den Capillaren über-flüssig ausgeschiedene Plasma zurückführen.