Nervus glossopharyngeus.
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bildet ein Thoil ein kleines Ganglion, während der andere Theil der Fasernan diesem Ganglion vorübergeht und sieh daran nicht betheiligt. Dieseskleine, stecknadelkopfgrosse Ganglion ist von Ehrenrittor entdeckt worden.Es gericth dann in Vergessenheit und wurde später von Johannes Müllerwieder gefunden. Es führt den Namen des Ehrenritter-Müller'schenGanglions. Dann bildet der Glossopharyngeus in der Fossula petrosa dasGanglion petrosum seu Anderschii.
In Rücksicht auf diese Ursprungswoise hat sich ein Streit darübererhoben, ob der Glossopharyngeus ein gemischter Nerv sei, d. h. gemischtaus centripctal- und ccntrifugalleitenden Bahnen, oder ob er ausschliesslichaus centripetalleitendon Bahnen bestehe. Die letztere Ansicht war dieherrschende, als Johannes Müller dafür eintrat, dass der Glossopharyn-geus ein gemischter Nerv sei. Er berief sich wesentlich darauf, dass dasvon ihm wieder entdeckte Ganglion das eigentliche Wurzelganglion desNerven sei, und dass es nur einen Theil der Fasern umfasst, während dieanderen an demselben vorbeigehen. Longet erklärte sich später wiederfür die alte Ansicht und berief sich darauf, dass alle Fasern des N. glosso-pharyngeus aus der Verlängerung des Sulcus collateralis posterior austreten,und dass er ja auch ein zweites Ganglion bilde, und wenn ein Theil derFasern sich wirklich nicht an dem Ganglion betheilige, so könne diesdaher rühren, dass der N. glossopharyngeus gemischt sei, aber nicht auseinem sensiblen und einem motorischen, sondern aus einem Tastnervenund einem Geschmacksnerven. Es sei ja nicht sicher, dass die Geschmacks-nerven sich, wie die hinteren Bückenmarkswurzeln, an der Bildung einesWurzelganglions betheiligen.
Bis dahin hatte man nur immer die Eeizversuche am Halstheiledes Glossopharyngeus vorgenommen. Es konnte also ungewiss sein, ob dieMuskclcontractionen, die man hier erzielt hatte, wirklich von den Faserndes letzteren herrühren oder nicht. Jetzt muss man, wenn man nichtgeradezu die Angaben guter und gewissenhafter Beobachter leugnen will,zugeben, dass die Ansicht von Johannes Müller die richtige ist, indemangegeben wird, dass auf Reizung der Wurzel Contraction im M. stylo-pharyngeus, im Constrictor pharyngis medius, im Levator palati mollisund im Azygos uvulae erzielt worden seien. Wir sehen hier also einezweite Quelle für die motorische Innervation des weichen Gaumens, dieerste haben wir im N. facialis kennen gelernt.
Im Ucbrigcn ist der N. glossopharyngeus wenigstens in Rücksichtauf seinen Zungenast vor Allem Geschmacksnerv. Er verbreitet sich vor-wiegend im hinteren Drittthcilc der Zunge und versieht die Papulaecircumvallatao. Er gibt aber auch einen von Hirschfeld entdeckten Astab, der in der Zunge fortläuft und bis an den vordersten Theil derselbengelangt. Wir haben ferner gesehen, dass auch der Ramus lingualis N. tri-gemini wahrscheinlich der Zunge Glossopharyngcusfasern zuführt. In einemvon K. B. Lehmann beobachteten Falle von Fractur der Schädelbasis wardie Empfindlichkeit der ganzen Zunge vollständig erhalten, während aufder linken Seite die Geschmacksempfindung überall fehlte, mit Ausnahmeder Spitze, wo sie auch etwas geringer war als auf der anderen Seite, undder Glossopharyngeus wird von Vielen für den ausschliesslichen Gcschmacks-nerven gehalten. In Rücksicht auf die Geschmacksempfindung des Bitterenist hierüber auch kein Zweifel vorhanden. Nicht ganz so steht es, wie