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Nervus glossopharyngeus.
bereits erwähnt wurde, in Rücksicht auf die Empfindung des Süssen undSauren, indem nach einigen Beobachtern Individuen, bei denen der Trige-minus, nicht aber der Glossopharyngens gelähmt war, süsse und saureSubstanzen auf der gelähmten Seite schwächer schmeckten als auf dergesunden. Ferner erzählt Bernard von einem Falle von Facialislähmung,in dem Citronensäure, die man auf die gesunde Seite einstrich, schnellerals auf der kranken Seite gespürt wurde. Bernard leitet dies von derLähmung der Chorda tympani ab, und er gibt an, dass, wenn er Hundendie Chorda tympani in der Trommelhöhle zerstört hatte, sie auf die krankeSeite gebrachte Weinsäure weniger rasch bemerkten als auf der gesundenSeite. Auch von Duchenne und von llomborg sind Fälle beschriebenworden, welche für eine Bethciligimg der Chorda an den Geschmacks-empfindungen sprechen. 0. Wolf durchschnitt in einem Falle beim Men-schen die Chorda in der Paukenhöhle. Die Vordcrzunge verlor auf der-selben Seite die Geschmacksempfindung von der Spitze an in der Länge vonzwei Ccntimctern, in der Mittellinie gemessen. Zugleich verschwand nachWolf in diesem Gebiete die Tcmpcraturempfindung und die Tastempfindung,insofern als rauhe Gegenstände wie glatt gefühlt wurden. Wir haben schonfrüher beim Nervus facialis Erscheinungen besprochen, welche hierher ge-hören. Wenn auch sicher Gcschmacksfascrn in der Chorda tympani ver-laufen und durch diese zur Zunge gelangen, so muss doch ihr Ursprungnoch als unbekannt bezeichnet werden. Keinesfalls kann derselbe in derFacialiswurzel gesucht werden, mit grösserer Wahrscheinlichkeit in derdes Glossopharyngeus oder doch in deren Kern, und zwar, wie schonfrüher erwähnt, so, dass sie sich durch die Portio intermedia Wrisbergiiaus dem Glossopharyngeuskcrn herleiten, oder so, dass sie ihren Weg vomN. glossopharyngeus zunächst durch den Plexus tympanicus genommen habenund dann das Genu nervi facialis passirend zur Chorda gelangt sind, oderabsteigend durch den N. petrosus superficialis minor zum Ganglion oticumund von diesem entweder direct in den Stamm des N. lingualis oder aufdem Umwege durch die Chorda. Die zahlreichen Fälle von Geschmacks-anomalien bei Erkrankungen der Paukenhöhle weisen gleichfalls deutlichauf Geschmacksfasern in der Chorda oder im Plexus tympanicus oder mitmehr Wahrscheinlichkeit in beiden hin. Sie sind in neuerer Zeit vonV. Urbantsehitsch gesammelt und durch eigene Beobachtungen vermehrtworden. Auch sind beim Ausspritzen der Paukenhöhle subjeetive Ge-schmacksempfindungen beobachtet worden.
Man kann kaum zweifeln, dass der N. glossopharyngeus auch einEmpfindungsnerv sei, einerseits in Rücksicht auf die Aeste, welche zurWurzel der Zunge gehen, namentlich aber in Rücksicht auf seinen Schlund-thcil. Dieser verflicht sich so mit den Aesten des Vagus, dass es schwerist, die Functionen beider Nerven hier von einander zu trennen. Wirwerden die Reflexbewegungen, die hier ausgelöst werden, nicht beimGlossopharyngeus, sondern beim Vagus abhandeln, obgleich es sich nichtmit Sicherheit sagen lässt, ob sie diesem ausschliesslich zugehören. DerGlossopharyngeus gilt ferner auch für den Hauptempfmdungsncrven derTuba Eustachii und der Trommelhöhle.
Nach Vulpian führt Reizung des N. glossopharyngeus Blutüber-füllung des hinteren Theilcs der Zunge herbei. Er schreibt ihm deshalbvasodilatatorischo Fasern für die hier verlaufenden Gefässo zu, das heisst
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