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2 : S/S. 1886 (1887) Physiologie der Nerven und der Sinnesorgane und Entwickelungsgeschichte
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Nervus glossophrtryngeus.

sich im massigen Grade überempfindlich gegen das Schliosson und Ocflheneines Constanten Stromes. Es stimmt dies ganz mit den Beobachtungeniiberein, -welche zuerst Beierlacher und dann Benedict Schulz überältere Eacialislähmungen am Menschen veröffentlicht haben. Wir -wissenjetzt, dass die Untercmpfindlichkcit davon herrührt, dass die nervonlosenMuskeln zwar durch elektrische Ströme erregt werden, dass sie aber durchso kurzdauernde elektrische Ströme, wie die Inductionsströmo, viel schwerererregt werden als die Nerven und also auch als solche Muskeln, derenNerven noch erregbar sind (vcrgl. Bd. I, S. 499). Nachdem diese Unter-suchungen am lobenden Kaninchen beendet waren, wurden die Thicre ge-tödtet und zunächst die Muskeln untersucht. Bei dem einen Kaninchenwar der Querschnitt der Muskeln auf der kranken Seite nicht wesentlichverschieden von dem der Muskeln der gesunden Seite, und es zeigton sichauch keine Erscheinungen von Atrophie oder Entartung an denselben.Anders verhielt es sich mit dem andern Kaninchen, das zwei Monatelänger nach der Operation gelebt hatte. Bei diesem waren die Muskelnder gelähmten Seite dünn und atrophisch, und es zeigte sich auch in dermikroskopischen Structur die regressive Metamorphoso deutlich ausgeprägt.Es hatte also hier die Ernährung der Muskeln die Integrität der Nervensehr lange Zeit überdauert. Die Nerven degeneriren bei warmblütigenThioren und beim Mensehen im Laufe der ersten oder am Anfange derzweiten Woche, wenn so exscindirt wurde, dass sie sich nicht wieder mitden Stämmen, von denen sie getrennt wurden, vereinigen können.

Die Speicheldrüsen waren auf der gelähmten Seite kleiner undleichter als auf der andern, so dass demnach ihre Entwickclung unter derfrühzeitigen Zerstörung ihres Hauptsecretionsnerven gelitten hatte.

Das Auffallendste und Bäthselhafteste war eine Veränderung in demKnochenbaue des ganzen Schädels. Es war der Schädel gewissermassennach der gelähmten Seite gekrümmt, das heisst, wenn man sich die Mittel-ebene durch den Schädel gelegt denkt, so war diese bei den operirtenThieren keine Ebene, sondern eine Elächo, welche nach der gesundenSeite convex, nach der kranken concav war. Diese Veränderung war anbeiden Schädeln wahrnehmbar, und zwar sowohl am Ober-, als am Unter-kiefer. An dem einen Schädel war sie auffallender als an dem andern.Aehnliche Beobachtungen waren schon früher von Brown-Sequard (1853)und von Lussana und Vlacovich gemacht worden, und dieselben hattengefunden, dass die Verzerrung der Weichtheile nach der gelähmten Seitebei Kaninchen ziemlich bald nach der Operation eintritt.

Nervus glossopliaryngeus.

Der Kern dieses Nerven liegt vor dem des Vagus, das heisst, wennman vom Bückenmarke gegen das Hirn rechnet, nach aufwärts vom Vagus-kerno, so dass er eine Portsetzung desselben genannt werden kann. Erliegt nicht so oberflächlich wie dieser, sondern etwas tiefer. Er bestehtnach H. Obersteiner aus drei verschiedenen Zcllengruppcn, entsprechendden drei später aufzuzählenden Functionen der Nerven. Von den zu Tagetretenden Wurzelfasern des N. glossopharyngeus, die nach H. Obersteinernoch durch den grössten Theil der Easern des, seinem Ursprünge nachnicht sicher bekannten Solitärbündels von Stilling verstärkt werden,