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2 : S/S. 1886 (1887) Physiologie der Nerven und der Sinnesorgane und Entwickelungsgeschichte
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Entwickelung des Peritonaeums.

masse der Leber im rechten Hypochondrium liegt. Mehr nach hintenentwickelt sich eine andere Anlage von Zellen, in welche das Schleim-blatt hincinwuchert und sie mit einer Auskleidung versieht. Das ist dasPankreas.

Entwickeluiig' des Peritonaeums.

Es fragt sich nun: Auf welche Weise entwickelt sich das Peri-tonaeum und wie bekommen diese verschiedenen Tlieile ihren Peritonaeal-überzug? Leber und Magen liegen ursprünglich hinter einander und sindbeide von beiden Seiten vom Pcritonacum überzogen. Es existirt alsoeine Brücke desselben von der Abdominalwand zur Leber: diese ist dasspätere Ligamentum Suspensorium hepatis und weiter nach oben, nach-dem das Zwerchfell entwickelt ist, das Kranzband mit dem Ligamentumtrianguläre dextrum und sinistrum. Es existirt ferner eine Brücke zwi-schen der Leber und der nach vorne gewendeten kleinen Curvatur desMagens, und diese ist das spätere kleine Netz. Es existirt eine Brückevon der grossen Curvatur des Magens zur Bückwand der Leibeshöhle,und diese ist das Mcsogastrium. Nun denken Sie sich, dass Sie die Handauf die rechte Seite des Magens hinlegen, und dass Sie die grosse Cur-vatur des Magens, das ist die hintere, nach links hin drücken, so könnenSic dies nur thun, indem Sie das Mcsogastrium nach links drücken. DieAusdrücke „rechts" und „links" haben Sic auf das Object, nicht auf sichselbst zu beziehen. Denken Sic sich, Sic dehnten das Mcsogastrium ineinen Sack aus und Hessen denselben vor den Windungen des Darmsherabhängen, so ist dies der Saccus Winslowii, der Sack des grossenNetzes. Sie sind aber mit Ihrer Hand an der rechten Seite dos kleinenNetzes gewesen, dieses wird also, nachdem Sie den Magen nach linksgeschoben, vor Ihrer Hand liegen. Wenn Sie unter der Gallenblase,schräg nach oben und hinter das kleine Netz mit dem Eingcr hinauf-gehen, so kommen Sic in eine Ocffnung, in das Eoramen Winslowii, undvon dieser gelangen Sie in den Saccus Winslowii, dessen Platten beimNcugebornen noch nicht mit einander verwachsen sind, so dass man ihnvom Eoramen Winslowii aus noch in seiner ganzen Ausdehnung aufblasenkann. Später verwachsen die vordere und die hintere Wand mehr oderweniger vollständig mit einander, und das grosse Netz stellt nun eineeinzige zusammenhängende Platte dar.

Wir begegnen aber noch einer auffallenden Erscheinung, der Ver-wachsung des grossen Netzes mit dem Mcsocolon transversum. Wie kommtdiese zu Stande? Sie haben gesehen, dass die Darmschlinge, aus welcherdas Colon transversum hervorging, relativ hinaufgerückt ist. Mit ihr rückteauch ihr Mesenterium hinauf. Dieses hat also seinen Ansatz an einerverhältnissmässig hohen Stelle. So ist'es an einen Ort gelangt, an demes in unmittelbare Berührung kommt mit der hinteren Wand dos vorihm herabsteigenden grossen Netzes, und mit ihm verwächst. Diese Ver-wachsung ist schon vollendet zur Zeit der Geburt, wenn die vordere undhintere Wand des grossen Netzes noch nicht mit einander verwachsensind, wenn der Saccus Winslowii noch wegsam ist.