Tastsinn und Gcmeingcfülil.
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lichkoit antworten, die wärmeempfindenden mit der Empfindung: Warm,die kälteempfindenden mit der Empfindung: Kalt. Bei angeblichem Verlusteder Tcmperaturompfindung muss man also unterscheiden: Werden kalteKörper nicht als solche erkannt? Werden warme Körper nicht als solcheerkannt? Werden beide nicht von solchen unterschieden, die näherungs-weise die Temperatur der Haut haben? A. Herzen beobachtete einealte Frau mit tactiler Anästhesie an den Beinen, während das Schmerz-gefühl normal erhalten war. Die Berührung mit kalten Körpern, selbstmit Eis, spürte sie nicht, wohl aber erkannte sie die warmen als warmund unterschied sogar die mehr oder weniger warmen ganz gut. Bei derObduction ergab sich eine Myelitis, welche die Hinterstränge und diedirecte Kloinbirnstrangbahn ergriffen hatte. Herzen ist der Meinung,dass Tast- und Kältegefühl durch Bahnen der Hinterstränge vermitteltwerden, Wärmcgcf'ühl und Schmerz dagegen durch Leitungen in dergrauen Substanz des Kückenmarks. Carpenter erzählt, dass Dr. Budd einenParaplcctischen beobachtete, der die Berührung an seinen Beinen fühlte,aber an denselben warme Körper nicht als warm empfand. Es heisst auch,das Schmerzgefühl habe an den Beinen gefehlt.
Nach eigenen Erfahrungen kann ich über die durch M. Blix in eineganz neue Bahn geleitete Lehre von der Temperaturempfindung noch nichtsprechen, da die Untersuchungen, welche in unserem Laboratorium überdiesen Gegenstand angestellt werden, noch nicht abgeschlossen sind.
An die Tbeilung der Hautempfindung in drei Arten, in Tast-empfindung, Kälteempfindung und Wärmeempfindung, zu denen als viertenoch die Schmerzempfindung mit einiger Koserve gebracht werden kann,schlicsst sich die Krage, ob es sonst noch einen Sinn gibt. Abgesehenvon den Irrthümern, welche durch Magnotiseurc, durch Mesmeristen ver-breitet worden sind, sind es wesentlich die Versuche von Spallanzani,welche dazu geführt haben, diese Krage zu erörtern.
Es fiel Spallanzani auf, dass die Fledermäuse auch in der Dun-kelheit Hindernisse, welche sich ihnen entgegenstellen, mit grosser Ge-schicklicbkcit vermeiden und niemals mit den Flügeln an irgend ein solchesHinderniss anstossen. Um zu sehen, ob es das Gesicht sei, welches sieleitet, blendete er die Fledermäuse. Er fand aber, dass sie auch dann inderselben Weise und mit derselben Geschicklichkeit die Hindernisse ver-mieden. Er spannte Fäden in seinem Zimmer aus und fand, dass dieFledermäuse zwischen denselben hcrumflatterten und auch an die Fädennicht anschlugen.
Man hat aus diesen Vorsuchen den Schluss gezogen, dass die Fleder-mäuse einen sechsten Sinn haben müssen, dass sie Pcrceptionsorganchaben müssen, die nach einem andern Principe gebaut sind als unsereSinnesorgane und Wirkungen vermitteln, welche unsere Sinnoswerkzougcihrer Natur nach nicht vermitteln können. Es ist jedoch dieser Schlussnicht vollkommen gerechtfertigt. Es ist bekannt, dass auch wir die Strah-lungen wahrnehmen, die von den Aussendingen ausgehen, und zwar nichtnur durch unsere Augen, sondern auch durch die Nerven unserer Haut-oberflächc. Nur bekommen wir durch die Nerven unserer Hautoberflächebegreiflicherweise keine Bilder, wir empfinden nur die Strahlungen alssolche, \md empfinden sie verhältnissmässig stumpf: deshalb bemerkenwir von den einigermassen glcichwarmon Körpern im Allgemeinen nichts.