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Entommatisches Sehen.
entgegengesetzter Richtung bewegt haben von der des früheren Schatten-bildes. Er würde auf der Netzhaut in gleicher Richtung, im Sehfeldein entgegengesetzter mit der Bewegung des Schirmes sich verschobenhaben. Gegenstände, die sich mit der Bewegung des Schirmes in ent-gegengesetzter Richtung im Sehfelde verschieben, liegen hinter der Ebeneder Pupille, und um so mehr, je stärker sie sich verschieben. Gegen-stände endlich, welche schon deutliche Schattenbilder geben, wenn mangegen einen hellen Grund sieht, das sind Gegenstände, die sehr nahe derNetzhaut liegen, denn sonst könnten sie bei einer solchen Oeffnung, wiesie die Pupille darbietet, nicht schon sichtbare Schatten werfen. SolcheSchattenbilder sind z. B. die so häufigen sogenannten Perlschnurspectra.
Das homocentrische Licht, das man zum Sehen dieser entommatischenGegenstände braucht, kann auch noch auf andere Art hergestellt worden.Es kann hergestellt werden durch das Sonnenbild, das von einer Thermo-meterkugel oder einer andern kleinen, glänzenden Kugel refleotirt wird.Es kann hergestellt werden dadurch, dass ich nach einer entferntenGasflamme durch eine Sammellinse sehe und mir von derselben ein ver-kleinertes umgekehrtes reelles Bild verschaffe. Es kann endlich dadurchhervorgebracht werden, dass ich durch eine starke Concavlinse nach einerentfernten Gasflamme sehe und mir dadurch ein aufrechtes virtuellesBild von der Gasflamme verschaffe, dessen Ort sieh hinreichend nahe vorden Augen befindet. Alle diese Arten haben aber keinen Vortheil vordem Schirme mit der kleinen Oeffnung, der, wenn man über einen hin-reichend hellen Grund disponirt, das beste Mittel ist, um die Gegenständeim eigenen Auge zu sehen. Man sieht Gegenstände in der Hornhaut,der vorderen Augenkammer, Gegenstände, die mit der Structur der Linsezusammenhängen, Gegenstände im Glaskörper. Das ist nach den verschie-denen Augen verschieden. Heutzutage, wo man den Augenspiegel hat,sind diese Wahrnehmungen von keiner besonderen praktischen Bedeutung:früher aber konnte ein intelligenter Patient durch die entommatischenGcsichtswahrnchmungen Aufschlüsse über Dinge in seinem Auge verschaffen,die dem Arzte unzugänglich waren.
Unter gewissen Umständen ist es uns auch möglich, die Gcfässounserer Netzhaut zu beobachten. Purkinje fand zuerst, dass, wenn erin einen dunklen Raum hineinstarrte und dann im indirecten Sehen eineLichtquelle, z. B. eine Lampe hielt und sie hin und her bewegte, dassdann nach einiger Zeit immer deutlicher und deutlicher ein Gefässbaumihm vor dem Auge erschien, der offenbar nichts Anderes war als derBaum der Netzhautgefässe. Es ist das die Erscheinung, welche man mitdem Namen der Purkinje'sehen Aderfigur bezeichnet. Diese ist später vonHeinrieh Müller auch noch auf andere "Weise hervorgebracht worden.Warum sehen wir die Aderfigur nicht immer, da die Gefasse doch un-mittelbar auf der Netzhaut liegen und also immer ihren Schatten aufdieselbe werfen müssen ? Die Antwort lautet: wir sehen sie deshalb nicht,weil für gewöhnlich der Schatten immer an dieselbe Stelle fällt und wireben nur Veränderungen an unserer Netzhaut wahrnehmen, das Bleibendeaber für uns ein- für allemal verborgen ist. So bemerken wir auch denblinden Eleck für gewöhnlich nicht, welcher durch die Eintrittsstelle desSehnerven gegeben ist. Wenn nun aber im Auge irgendwo eine Licht-quelle gebildet wird, vermöge welcher die Netzhautgefässe ihren Schatten
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