Entommatisches Sehen.
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auf einen andern, auf einen ungewöhnlichen Ort -werfen, dann sehen wirden Baum der Netzhautgefässe. Das geschieht beim Purkinje'schen Ver-suche in der Weise, dass, wenn man eine Lichtquelle im indirecten Sehenanbringt, diese auf der sonst dunklen Netzhaut irgendwo seitlich einFlammcnbild hervorbringt; von diesem geht Licht nach allen Seiten aus,und in diesem werfen die Netzhautgefässe einen Schatten am ungewöhn-lichen Orte. Dieser Schatten ist es, welchen wir als Purkinje'sche Ader-figur bezeichnen.
Purkinje hat noch einen andern Weg eingeschlagen, um die Ader-figur sichtbar zu machen. Er hat das Flammcnbild, das als Beleuchtungdienen soll, an Ort und Stelle dadurch hervorgebracht, dass er eineSammellinse neben dem Auge aufstellte und die Strahlen einer Lichtquelledurch diese Sammellinse auf einen Punkt der Sclerotica concentrirte, sodass sie durch die Sclera und die Chorioidca hindurchgingen und auf derNetzhaut einen Lichtpunkt bildeten, von dem aus sie wieder divergirtenund so einen anomalen, sichtbaren Gcfässschatten hervorriefen. Auf dieseWeise kann die Purkinje'sche Aderfigur noch deutlicher zur Erscheinunggebracht werden als nach dem vorerwähnten Verfahren. S. Exner hat zu-erst auf die anscheinend paradoxe Thatsache aufmerksam gemacht, dass manbei dieser Form des Versuches den direct erleuchteten Fleck der Netzhautnicht als hell sieht. Es besagt dies auf den ersten Anblick, dass die Zapfennur erregt werden, wenn das Licht sie von Innen nach Aussen durch-messt, dass in umgekehrter Richtung hindurchgehendes Licht wirkungslossei; aber Exner macht selbst schon darauf aufmerksam, dass sich dieZapfen diesem Lichte gegenüber in sehr geschützter Lage befinden, sodass möglicher Weise sehr wenig davon in sie eindringt.
Heinrieh Müller hat diesen Versuch benützt, um eine wichtigeThatsache zu cruiren, die Thatsache, dass die Netzbautolemente, die alserste Angriffspunkte für das Licht dienen, nicht an der vorderen, sondernan der hinteren Fläche der Netzhaut liegen. Wir haben schon gesehen,dass die Figur deutlicher wird, wenn die Lichtquelle sieh bewegt.Heinrieb Müller hat seine Lichtquelle durch Hin- und Herschieben derLinse bewegt und bemerkt, dass sich dann auch die Aderfigur im Seh-felde bewegte. Nun sehen Sic leicht, dass das nicht wohl möglich wäre,wenn der Angriffspunkt für das Licht ganz vorne auf der Netzhaut liegenwürde, da, wo die Gcfässe selbst liegen. Wenn ich ein solches Gefässeinmal von der einen, das andere Mal von der andern Seite beleuchte, sowird dadurch die Lage des Schlagschattens in einer Ebene, die mit der,in der das Gefäss selbst liegt, nahezu zusammenfällt, nicht merklich ver-ändert. Wenn aber die auffallende Fläche für den Schlagschatten weiter nachliinten liegt, dann fällt bei Beleuchtung von verschiedenen Seiten auch derSchlagschatten an verschiedene Orte derselben, er muss sieh also auf ihrvorschieben, wenn die Lichtquelle bewegt wird. Heinrich Müller massnun die Verschiebung der Lichtquelle und zugleich auch die Verschiebung,die die Aderfigur im Sehfelde erlitt, und berechnete daraus, wie weit dieauffangende Fläche hinter den Gefässen liegen müsse. Er kam zu demResultate, dass die auffangende Fläche in der hintersten Schichte derNetzhaut, also in der Stäbchenzapfenschichte, liegen müsse.
Der Gefässbaum ist uns für gewöhnlich nicht sichtbar, weil er sichruhend an einem und demselben Orte befindet und seinen Schatten immer