Druckschrift 
2 (1873) Lehrbuch der organischen Chemie für den Unterricht auf Universitäten, technischen Lehranstalten und für das Selbststudium
Entstehung
Seite
19
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Theorie der Typen.

19

in ähnlicher Weise ah, wie die Ammoniakhasen von 1 Molekül Ammo-niak abgeleitet werden. So schrieb man dieser Theorie gemäss die For-mel der Essigsäure, C 2 H.(0 2 :

C 2 H 3 0'1Hl

0,

C 2 H,'

die Formel des Aethylalkohols, C 2 H c 0: ö \ 0. Essigsäure erschien

deiugemäss als 1 Molekül Wasser, in welchem 1 At. H durch C 2 H 3 0:

das Radical Acetyl, substituirt war; Alkohol als 1 Molekül Wasser, in

welchem 1 At. H durch das Radical Aethyl: C 2 H 5 , ersetzt war. So

C H O'l p n'|

schrieb die Theorie Essigsänreanhydrid „"'J«, 0, Aether r , 2 TT 5 ,[0;

(j 2 li 3 U J 0 2 rl 6 J

in Essigsäureanhydrid erschienen demnach beide Atome H des Wasser-moleküls durch C 2 H a 0 (Acetyl), in Aether durch C 2 H 5 (Aethyl) substi-tuirt u. s. w.

Wenn dem Typus Wasser die gleiche innere Berechtigung zuge- Berechti-standen werden soll, wie dem Typus Ammoniak, so müssen die von dem f e u ibf u ' los ~erstgenannten Typus abgeleiteten organischen Verbindungen in gleichinniger Beziehung zu ihrem Typus stehen, wie die substituirten Ammo-niake zum Ammoniak; d. h. sie müssen sich mehr oder weniger directauch genetisch daraus ableiten lassen.

Wir müssen, um Beispiele zu wählen , die Essigsäure, wenn ihre

G IT O'l

typische Formel 3 „ > 0 innere Berechtigung haben soll, ebenso di-

rect und in analoger Weise aus Wasser gewinnen können, wie wir dasAethylamin aus Ammoniak erhalten. In der That erhalten wir Essig-säure, wenn wir auf Acetylchlorid: C 2 H 3 0 Cl (die Chlorverbindungdes Radieales der Essigsäure), Wasser einwirken lassen, und zwar nacheinem der Aethylaminbildung ganz analogen Schema:

Hl 0 _ C 2 H 3 0'1 Hl

HJ U ~ H J U + Clj

Wasser Essigsäure Salzsäure

C 2 H 3 0'1 ,Clj

Acetylchlorid

Aethylalkohol, 2 ■.■/'

0, erhalten wir zwar nicht durch Einwirkung

von Chlor- oder Jodäthyl auf Wasser, allerdings aber durch Einwir-kung von Chlor- oder Jodäthyl auf Kalihydrat; Kalihydrat kann aberselbst wieder als ein Molekül Wasser angesehen werden, in welchem1 At. H durch 1 At. Kalium substituirt ist:

*«() + |d = ^')o +

Aethylchlorid Kalihydrat Alkohol Chlorkalium

P TT (Y 1

So erhalten wir Essigsäureanhydrid, p 2 -jt 3 /y f 0, allerdings nicht durch

Einwirkung von Acetylchlorid auf Essigsäure, etwa nach der Gleichung