18 Allgemeiner Theil.
Diäthylamin endlich, mit Bromäthyl behandelt, giebt Bromwasser-stoff und Triäthylamin:n TT m C2 H 5
° 2 ßM CJV
N =
HBr
+
Die "Wil-
liamson'-sche Typen-theorieleitet alleorganischenVerbindun-gen vongewissenals Typusdienendeneinfachenanorgani-schen
Verbindun-gen durchEintretenvon orga-nischen Ea-dicaleu andie Stellevon "Wasser-stoff ab.
TypusWasser.
C 2 H S ')C 2 H 5 ' NII J ***' C 2 H 5 'j
Bromäthyl Diäthylamin Bromwasserstoff Triäthylamin
Ebenso können wir auch, und zwar auf ähnliche Weise, die 3 At.H im Ammoniak durch drei verschiedene Radicale substituiren. So istMethyl-Aethyl-Amylamin Ammoniak, in welchem 1 At. H durchMethyl: CH 3 , 1 At. H durch Aethyl: C 2 H 5 , und 1 At. H durch Amyl:C5H11, vertreten ist. Die empirische Formel dieser Verbindung, C s Hi 9 N,muss also, um den genetischen Zusammenhang mit dem Ammoniak her-vortreten zu lassen, geschrieben werden :
C Hs')
C 2 R 5 ' NC 5 H n 'J
Derartiger „Ammoniake", in welchen der Wasserstoff ganz oderzum Theil durch organische Radicale substituirt ist, ist nun eine grosseAnzahl dargestellt, und wenn wir diese Verbindungen Ammoniake nen-nen, so giebt uns ihre Bildung und ihr Typus dazu sicherlich eine ge-wisse Berechtigung; ihr ganzes Verhalten ist das des Ammoniaks, ihreMuttersubstanz unzweifelhaft das letztere.
Das Ammoniak ist ein Typus im Sinne der neueren Typen-theorie; von seinem Moleküle lässt sich eine grosse Anzahl or-ganischer Verbindungen, durch Substitution des Wasserstoffsdurch organische Radicale, ungezwungen ableiten.
Die Entdeckung dieser sogenannten Ammoniakbasen undihre Deutung als substituirte Ammoniake, ist der eigentlicheAirsgangspunkt für die Williamson-Gerhardt'sche Typentheo-rie geworden. Nachdem nämlich die Anschauung, gewisse organischeVerbindungen in dieser Weise von dem Ammoniak abzuleiten, als eineberechtigte anerkannt war, lag es nahe, einen Schritt weiter zu thunund zu versuchen, ob sich nicht andere Classen organischer Verbin-dungen auf die Moleküle anderer anorganischer Verbindungen alsTypen in dem Sinne beziehen Hessen, dass man sie sich durch Vertre-tung des Wasserstoffs dieser Typen durch organische Radicale entstan-den dächte. Die neuere Typentheorie versuchte in der That von ge-wissen Muttersubstanzen: den Molekülen der sogenannten Ty-pen, die Moleküle aller organischen Verbindungen durchEin-führung von organischen Radicalen an die Stelle des Wasser-stoffs abzuleiten.
So leitete die Theorie eine grosse Anzahl organischer Verbindun-gen von einem Molekül Wasser:
H]
H.) 0 oder
II
0