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2 (1873) Lehrbuch der organischen Chemie für den Unterricht auf Universitäten, technischen Lehranstalten und für das Selbststudium
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Theorie der Typen.

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Theorie der Typen von Williamson und Gerhardt.

Diese Theorie ist im Wesentlichen eine Verschmelzung der Theorieder organischen Eadicale, der dualistischen Anschauung entkleidet, mitder Substitutionstheorie. In ihrer consequenten Durchführung basirt sieaber auch zugleich auf die in neuerer Zeit zur Ausbildung gelangtenBegriffe von Atom und Molekül, und verlangt daher die Anwen-dung der neueren Atom- und Molekulargewichte mit ihrenräumlichen Beziehungen. Ihre Formeln sind atomistisch-molekulare. Wir werden daher von nun an uns der Symbole,im Sinne der neueren Atomgewichte ausschliesslich bedie-nen*), und verweisen im Uebrigen bezüglich der neueren, hier zur An-wendung kommenden Theorien auf den I. Bd. dieses Werkes (4te Aufl.)S. 371 u. ff.

Sehr wichtige Untersuchungen von A. W. Hofmann und A. Würtz Zusammeu-ergaben, dass durch Einwirkung gewisser Verbindungen organischer lüSnonmke.Radicale auf Ammoniak, eine bekanntlich anorganische Verbindung,der Wasserstoff in letzterem, ganz oder zum Theil durch diese organi-schen Eadicale ersetzt werden könne und dass auf diese Weise Verbin-dungen entstehen, die mit dem Ammoniak die grösste Analogie, nochganz seinen Charakter zeigen. Wenn wir z. B. auf AmmoniakJodäthyl, C 2 H 5 J, einwirken lassen, so erhalten wir Jodwasserstoffsäureund Aethylamin, nach folgender Formelgleichung:

C 2 H 5 J + H 3 N = JH + C 2 H 5 , H 2 N,was wir übersichtlicher auch so ausdrücken können.

H) H] C 2 H 5 '|

II j J > H

Jodäthyl Ammoniak Jodwasserstoff Aethylaminindem es dadurch anschaulicher wird, dass im Ammoniak 1 At. II gegendie Atomgruppe Aethyl ausgetauscht ist.

Das Aethylamin riecht scharf, dem Ammoniak sehr ähnlich, ist starkalkalisch, giebt mit Salzsäuredämpfen weisse Nebel, bildet Salze ähn-lich dem Ammoniak, kurz, ist dem Ammoniak so nahe verwandt, dass esgar nicht leicht ist, es davon zu unterscheiden.

C 2 BV)Aethylamin: C 2 H 5 , NH 2 oder H 1 N, mit Bromäthyl be-

H Jhandelt, giebt Bromwasserstoffsäure und Diäthylamin:

r, TT M ^ ^5 ) TT l C 2 H Ä \

3 Br| + 5 * = Br

C 2 H 5 'J

N

Br} H H N

Bromäthyl Aethylamin Bromwasserstoff Diäthylamin

*) C = 12, 0 = 16, S = 32, u. s. w.

T. Gorup-Bpsanez. Organische Chemie.