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Traubenzucker. — Milchzucker.
Traubenzucker: C 12 I1 12 0| S -\- 2 110.
894. Der Traubenzucker kommt in vielen süssen Früchten,im Honig, und in geringer Menge im Blut vor; er entsteht ausallen Körpern dieser Gruppe, wenn sie mit sehr verdünnterSchwefelsaure längere Zeit gekocht werden.
Der Traubenzucker krystallisirt schwierig in, aus kleinenKörnern zusammengesetzten, blumenkohlartigen Massen. DieKrystalle enthalten 2 Aeq. Wasser, welches sie bei 100° verlieren,wobei sie schmelzen. Er löst sich in 1% Thl. kaltem Wasser,und schmeckt weniger süss als Rohrzucker. Durch alkalischeBasen wird er viel leichter als der Rohrzucker zersetzt; mitChlornatrium bildet er eine schön krystallisirte Verbindung:2 (C 18 H 1S 0 1S ,) .2HO + NaCl.
Beim Erhitzen verwandelt er sich in Caramel. Mit Kupfer-vitriol und Kali versetzt, reducirt er, schon in der Kälte, dasKupieroxyd zu Kupferoxydul. Er löst sich in concentrirterSchwefelsäure ohne Schwärzung auf, indem er damit eine ge-paarte Säure bildet.
Die den Traubenzucker vor Allein charakterisirende Eigen-schaft ist die, in Berührung mit Hefe in Alkohol und Kohlen-säure zu zerfallen (857.). Alle anderen Zuckerarten gähren erst,nachdem sie sich zuvor in Traubenzucker verwandelt haben.
In dem Honig, sowie in den Fruchtsäften kommt eine Mo-dification des Traubenzuckers vor, welche sich von demselbendadurch unterscheidet, dass sie nicht krystallisirt und die Pola-risationsebene nach links dreht, während der Traubenzucker wieder Rohrzucker eine Drehung nach rechts bewirken. Man nenntden unkrystallisirbaren Zucker Fruchtzucker (Glucose).
Milchzucker: C 12 H,. 2 0,. 2 .
895. Diese Zuckerart kommt in der Milch der Säugethierevor, und wird im Grossen durch Abdampfen der süssen Molkengewonnen.
Der Milchzucker krystallisirt in harten, vierseitigen Prismen;er bedarf G Thle. kaltes und 2% Thl. kochendes Wasser zurLösung; in Alkohol ist er unlöslich. Er schmeckt schwach süss.Beim Erhitzen auf 130° verliert er 1 Aeq. Wasser. Gegen Ku-pfervitriol und Kali verhält er sich wie Traubenzucker. Er gehtmit Basen Verbindungen ein, und wird durch Säuren schon inder Kälte in Traubenzucker übergeführt.