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1 (1855) Anorganische Chemie und Abriss der organischen Chemie
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Caffe

Kreat in in.

in Wasser und Alkohol; sie schmecken sehr bitter und gebenmit neutraler Eisenoxydlösung eine dunkelblau gefärbte Flüs-sigkeit.

Die Morphinsalze wirken stark narkotisch und werden in derMedicin häufig angewendet.

Caffein: C 16 H 10 N 4 0 4 .

88G. Das Caffe'in, welches auch Thein genannt wird, kommtin dem Kaffee und dem Thee vor. Man stellt es aus dem Theoin folgender Weise dar : Man kocht den Thee mit Wasser undetwas Kalk, versetzt die Lösung mit essigsaurem Bleioxyd undfällt das gelöste Blei mit Schwefelwasserstoff. j'<eim Abdampfender Lösung krystallisirt das Caffein in weissen, seideglänzendenNadeln, welche in der Kälte in Wasser und Weingeist nur schwer,in der Wärme aber leicht löslich sind. Es löst sich auch inAether auf. Beim vorsichtigen Erhitzen lässt es sich ohne Zer-setzung sublimiren. Das Caffe'in gehört zu den schwächsten Ba-sen, es reagirt nicht alkalisch und die Salze desselben werdenschon durch Wasser zersetzt. Mit Zweifach - Chlorplatin giebtdas chlorwasserstoffsaure Salz desselben ein schwerlösliches kry-stallinisches Doppelsalz von der Formel: C 16 H,K 4 0 4 . HCl+ Pt C1. 2 .

Kreatinin: C 8 H r N 8 O s .

887. Das Kreatinin kommt in dem Harn der Säugethiere,und in geringer Menge in den Muskeln der Wirbelthiere vor.Man stellt es leicht aus dem Menschenharn dar, indem man den-selben eindamplt, mit Kalkmilch neutralisirt und zur Abscheidungder Phosphorsäure mit Chlorcalcium versetzt. Die Flüssigkeitwird von dem "Niederschlag getrennt und mit Chlorzinklösungvermischt, worauf beim ruhigen Stehen körnige Krystalle vonKreatinin-Chlorzink, C P II 7 Xj0 2 -|~ ZnCl, sich absetzen Kochtman diese mit ßleioxydhydrat, so wird das Chlor und Zink ab-geschieden und das Kreatinin lost sich auf, verwandelt sich aberzum Theil unter Aufnahme von Wasser in Kreatin. Dampft mandie Lösung ein, und behandelt die zurückbleibenden Krystalle mitAlkohol, so löst sich nur Kreatinin auf, welches beim Verdunstendes Alkohols in Krystallen anschiesst.

Das Kreatinin bildet farblose, perlmutterglänzende Blättchen,löst sich in Wasser leicht auf, und reagirt alkalisch. Es verbin-det sich mit den Säuren zu neutralen, krystallisirbaren Salzen.

Beim längeren Stehen einer Lösung des Kreatinins, sowie beider Abscheidung desselben aus der Chlorzinkverbindung verwan-