G1 v c o c o 11.
H u r n s t o ff.
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delt sich das Kreatinin zum Theil in Kroatin (C„II 9 Nj0 4 ), indemes 2 Aeq. Wasser aufnimmt: C„H 7 N 3 0 8 -f 2H0 = C^N., 0 4 .888. Das Kroatin ist ein nie fehlender Bestandtheil derMuskeln der Wirbelthiere, woraus es durch Ausziehen mit Was-ser, Neutralisation mit Baryt und Eindampfen in farblosen Kry-stallen erhalten wird. Die Formel der Krystalle ist C u H 9 N 3 0 4-j- -.'110. Sie verlieren bei 100° 2 Aeq. Wasser, und werdenhierbei weiss und undurchsichtig. Das Kroatin ist in kaltem Was-ser nur schwer, leichter in warmem Wasser, sehr wenig in Al-kohol löslich. Es verbindet sich mit Säuren zu leicht löslichen,sauer reagirenden Salzen. Beim Kochen mit Säuren wird es inKreatinin verwandelt.
Glycocoll: C 4 II 5 N0 4 .
889- Das Glycocoll ist ein in vielen Thierstoffen als Paar-ung vorkommender Körper. Es lässt sich aus dem thierischenLeim, der Hippursäure und der in der Galle enthaltenen Chol-siiure durch Behandlung mit Säuren oder Alkalien abscheiden.Am besten stellt man es aus der Hippursäure dar; man kocht dieHippursäure einige Stunden lang mit concentrirter Chlorwasser-stoffsäure, wobei sie in Benzoesäure und Glycocoll zerfällt (853.).Man entfernt durch Eindampien die Clilorwasserstoffsäure undBenzoesäure zum grössten Theil, kocht den Rückstand mit Was-ser und Bleioxydhydrat, wodurch alle Clilorwasserstoffsäure undBenzoesäure in unlösliche Bleioxydverbindungen übergehen, undiiillt das gelöste Bleioxyd mit Schwefelwasserstoffgas. Beim Ein-dampien der Lösung scheidet sich das Glycocoll in farblosen,harten Krystallen aus. Sie lösen sich leicht in Wasser, nicht inAlkohol, und schmecken süss. Das Glycocoll reagirt nicht alka-lisch. Es verbindet sich mit Säuren zu sauer reagirenden Salzen,bildet mit den Metalloxyden krystallisirte Verbindungen, in wel-chen 1 Aeq. Wasser durch 1 Aeq Metalloxyd ersetzt ist (z. B.C 4 lI,XOj . CuO), und geht mit vielen Salzen, namentlich denSalpetersäuren Salzen, krvstallisirbare Doppelverbindungen ein(z. B. C 4 H 5 N0 4 -f KO . N0 6 ).
Harnstoff: C. 2 H 4 N ä 0. 2 .
890. Der Harnstoff ist eine in manchen Beziehungen demGlycocoll ähnliche, sehr schwache Basis. Er findet sich in demBarn der Thiere, am reichlichsten in dem der Fleischfresser, aberauch in anderen thierischen Flüssigkeiten. Man verdunstet denHarn und vermischt den syrupdicken Rückstand mit starker Sal-