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1 (1855) Anorganische Chemie und Abriss der organischen Chemie
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747
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Morphin. 747

hitzen zerfällt das Teträthylammoniumoxydhydrat in Triäthylarnin,olbil'lcndes Gas und Wasser :

C 18 H. 20 NO + HO = C H 15 N + C 4 H 4 + 2110.

Chinin: C 40 H 24 N 2 O 4 .

884. In der Rinde der meisten Arten der Gattung Cinchona,welche man Chinarinden nennt, kommen zwei Alkaloide vor,nämlich Chinin und Cinchonin. Um diese Alkaloide darzustellen,zieht man die gelbe Chinarinde mit schwefelsäurehaltigem Wasseraus, engt die Lösung ein, und fällt die Alkaloide durch' Zusatzeines Alkalis. Durch Behandlung des Niederschlags mit Aetherlöst man das Chinin auf, während das Cinchonin hierbei unge-löst zurückbleibt, und erhält beim Verdunsten des Aethers dasChinin in feinen, seideglänzenden Nadeln, welche 3 Aeq. Was-ser enthalten, krystallisirt. Das Chinin löst sich in 200 Thln.kochendem Wasser; es besitzt einen sehr bitteren Geschmack undreagirt alkalisch. Durch Gerbstoff wird die Lösung desselbengefällt.

Das Chinin bildet mit den Säuren zwei Reihen von Salzen,nämlich einfach - saure und zweifach-saure Salze; erstere lösensich in Wasser schwieriger als letztere, und krystalliren leicht.Das einfach-schwefelsaure Chinin hat die Formel: C 40 H 24 N ä 0 4+ HO.S0 3 -f »HO.

Das zweifach - saure Salz besitzt die Formel: C 40 H 24 N ä 0 4+ 2 (H 0 . S 0 3 ) + 14 II O. Es ist in Wasser und in Alkoholleichtlöslich; die Lösungen sind farblos, zeigen aber einen blauenSchein (Fluorescenz). Das Chinin wird in seinen Salzen haupt-sächlich in der Medicin als fieberwidriges Mittel angewendet.

Morphin: C 3( H u NO s .

885. Das Morphin ist einer der wirksamen Bestandtheile desOpiums, worin ausser ihm noch 4 oder 5 Alkaloide vorkommen.Man stellt es am einfachsten aus dem Opium durch Ausziehenmit kochendem Wasser dar, versetzt die Flüssigkeit mit Kalk-milch, engt sie ein, und fällt das in dem Kalkwasser gelösteMorphin durch Zusatz von Salmiak. Der Kalk verbindet sichhierbei nämlich mit der Chlorwasserstoffsäure des Salmiaks undmacht Ammoniak frei, worin das Morphin nicht löslich ist.

Das Morphin bildet farblose, glänzende Krystalle , welche2 Aeq. Wasser enthalten. Es löst sich in 500 Thln. siedendemWasser, schwer in kaltem, leicht in kochendem Alkohol, nichtin Aether. Die Salze des Morphins krystallisiren; sie iösen sich