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1 (1855) Anorganische Chemie und Abriss der organischen Chemie
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Act hyloxyd.

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Aethyloxyd (Aether): C,H 5 0.

8C0. Man erhält das Aethyloxj d aus dem Alkohol (AelhvI-oxydhydrat), indem man denselben mit Schwefelsäure erhitzt.Man vermischt 1 Thl. Weingeist mit 1 bis 2 Thln. concentrirter

Schwefelsäure, und erhitzt die Mischung in einer, mit gut ge-kühlter Vorlage versehenen Retorte zum Kochen, wobei Aetherund Wasser übergehen. Man kann in die Retorte fortwährendAlkohol in einem sehr langsamen Strahl fliessen lassen, welcherin dem Maasse, als er zufliesst, in Aether und Wasser zerlegtwird. Diese Bildung von Aether und Wasser aus Alkohol lässtsich leicht in folgender Weise erklären:

Die Schwefelsäure bildet beim Zusammenkommen mit Alko-hol Aetherseh wefelsäure, unter Abscheidung von Wasser,mich der Gleichung:

C,H 6 0 2 + 2 (HO . SO,) = C 4 H 5 0 . HO . 2 S0 3 + 2 HO.

Kommt die Aetherschwefelsäure bei 140° mit Alkohol in Be-rührung, so zerlegt sie sich mit demselben wieder in Sehweiel-säurehydrat und Aether nach der Gleichung:

110 . C,IL,0 -f CJL.0 . HO . 2S0 3 = 2(G,H,0)+ 2 (HO . S0 8 ).

Man sieht ein, dass, sobald der Aether sich verflüchtigt hat,wieder die ursprüngliche Menge von Schwefelsäure frei vorhan-den ist, so dass auf Zusatz von Alkohol der Process in gleicherWeise sieh fortsetzen lässt.

Der übergehende Aether wird durch Schütteln mit Wasservon Alkohol und durch Destillation über Kalk von Wasser be-ireit. Der reine Aether ist eine durchdringend riechende, wasser-helle, dünne Flüssigkeit von 0,7358 specif. Gewicht bei 0". Ersiedet bei 35° und krystallisirt bei 31° in weissen Blättern.Er mischt sich mit Alkohol in jedem Verhaltniss, löst sich abererst in 10 Thln. Wasser auf. Er ist sehr leicht entzündlich undbrennt mit etwas .leuchtender und russender Flamme. Er löstetwas Schwefel, Phosphor, sowie viele andere Stoffe auf; für fetteund flüchtige Oele ist er eines der besten Lösungsmittel.

Das Aequivalent des Aethers nimmt im Dampfzustand 2 Vo-lume ein.

Bemerkenswerth ist sein Verhalten zum thierischen Organis-mus, indem seine Dämpfe beim Einathmen Besinnungslosigkeitund Empfindungslosigkeit bewirken.