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1 (1855) Anorganische Chemie und Abriss der organischen Chemie
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Stearinsäure.

festen Massen, oder Talgarten, mit Kali verseilt, die Seile ausAlkohol krystallisirt und mit einer Säure zersetzt.

Am besten wendet man hierzu Olivenöl an, weil dieses keinebemerkliehe Menge von Stearinsäure enthält. Die abgeschiedeneSäure wird aus kochendem Alkohol umkrystallisirt.

Die Margarinsäure stellt perlmutterglänzende Blättehen dar,welche bei 62° schmelzen.

Von den margarinsauren Salzen sind nur die der Alkalienin reinem Wasser löslich; sie sind alier unlöslich in Kochsalz-lösung oder in Kalilauge. Die wässerige Lösung schäumt undscheidet beim Verdünnen mit mehr Wasser zweifach -margarin-saures Alkali aus, wodurch 1 Acq. Alkali frei wird, welches indem Wasser gelöst bleibt. Die Alkalisalze sind auch in Alkohollöslich, aber unlöslich in Aether. Die Salze der übrigen Metall-oxyde sind in Wasser unlöslich.

Stearinsäure: HO . CjjHjsO,,.

820. Die Stearinsäure, auch Talgsäure genannt, kommthäufig mit der Margarinsäure in den Talgarten vor. Zu ihrerDarstellung wendet man gewöhnlich Hammelstalgseife an, lostsie in G Thln. warmem Wasser, und versetzt diese Lösung mit40 bis 50 Thln. kaltem Wasser, wodurch sich zweifach margarin-saures und stearinsaures Kali in perlmutterglänzenden Schuppenabscheiden. Der Absatz wird in siedendem Weingeist gelöst,woraus das zweifach-talgsaure Kali, welches schwerer löslich ist,zuerst auskrystallisirt. Es wird hierauf durch eine Säure zersetzt.

Die Talgsäure krystallisirt aus Alkohol in fast silberglänzen-den Blättchen, welche bei 70" schmelzen. Mit Ausnahme dieseshohen Schmelzpunktes und der geringeren Löslichkeit in ver-dünntem Weingeist, unterscheidet sich diese Säure nur wenigvon der Margarinsäure. Ein Gemenge gleicher Theile von Mar-garinsäure und Talgsaure besitzt einen niedrigeren Schmelzpunktals reine Margarinsäure (58°).

Die gewöhnlichen Stearinkerzen sind ein Gemenge dieserbeiden Säuren. Zu ihrer Darstellung verseilt man harte Talg-sorten mit Kalkhydrat und wenig Wasser, zersetzt die unlöslicheKalkseil'e mit Schwefelsäure, und presst die ausgeschiedenen Sau-ren, ein Gemenge von Margarinsäure, Talgsäure und Oelsäure,anfangs in der Kälte, zuletzt bei 30 bis 40" stark aus, wodurch diebei gewohnlicher Temperatur flüssige Oelsäure von den festenSäuren getrennt wird. Das beim Auspressen hinterbleibende Ge-