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1 (1855) Anorganische Chemie und Abriss der organischen Chemie
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710
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710 Caprinsäure

riana offichmlis) fertig gebildet vor, sowie in dem Fett desDelphins mit Glycerin verbunden. Sie entsteht bei der Fäul-niss thierischer Stoffe und ist daher ein Bestandtheil des Käses:sie bildet sich lerner bei der Oxydation des Amylalkohols (871.).

Zur Darstellung der Baldriansaure destillirt man eine Mi-schung von Fuselöl und zweifach-chromsaurem Kali mit verdünn-ter Schwefelsäure, wobei mit dem Wasser Oeltropfen übergehen,neutralisirt das Destillat mit Kali, dampft ein und zersetzt denRückstand mit Schwefelsäure. Die Baldriansäure scheidet sichhierbei als ölartige Schicht in Verbindung mit Wasser ab: HO.C 10 H„O 3 -(-110. Durch Zusammenbringen mit wasserfreiemChlorcalcium wird ihr das Wasser entzogen, und beim Erhitzendestillirt Baldriansäurehydrat, HO . C 10 H 9 O 3 , über.

Die Baldriansäure ist eine larblose Flüssigkeit von starkemGeruch nach Baldrianwurzel, ihr specif. Gewicht ist 0,937 bei 17".Sie siedet bei 176°, und löst sich in 30 Thln. Wasser bei 12".

Die baldriansauren Salze sind mit Ausnahme des Sil-bersalzes und Zinksalzes leicht löslich, und die meisten krystalli-siren schwer.

Caprinsäure: HO . C i0 H 19 O 8 .

823. Das letzte Glied in dieser Abtheilung, die Caprinsäure,kommt neben Buttersäure. Capronsäure, Caprylsäure in der But-ter vor; sie ist lerner ein Bestandtheil des Cocusnusoöls undbildet sich bei der Oxydation des Rautenöls mit Salpetersäure.

Man verseift diese Fette mit Kali. zersetzt die Seife mitSchwefelsäure und destillirt die mit Wasser flüchtigen Säuren ab;löst man diese in Ammoniak auf und versetzt die Lösung mitChlorbarium, so scheidet sich der caprinsäure Baryt ab, währenddie anderen leicht löslichen Barytsalze gelöst bleiben. Der ca-prinsäure Baryt wird durch wiederholte Krystallisationen gerei-nigt und mit Säuren zersetzt.

Die Caprinsäure ist eine weiche, fettartig sich anfühlendeMasse, welche bei 30° ganz flüssig ist und einen schwachen Bocks-geruch besitzt. Sie löst sich in kochendem ^ asser merklich auf,.scheidet sich aber beim Erkalten fast vollständig wieder ab. InAlkohol und in Aether ist sie sehr leicht löslich.

Das Barytsalz dieser Säure ist schwerer löslich als die Bar u-salze aller vorhergehenden Säuren, und scheidet sich daher beider Krystallisation einer Mischung derselben zuerst in leinen,fettelänzenden Nadeln ab.