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Essigsaure Salze.
818. Aeetamid, C,II 5 X0 2 . Das Chloracetyl zersetzt sichmit Ammoniak in Aeetamid und Chlorwasserstoffsäure:
C 4 H 3 O s Cl + N H 3 = C 4 H 5 N 0, + II Cl.
Das Aeetamid lässt sich auch durch Einwirkung von Ammo-niak auf essigsaures Aethyloxyd darstellen. Bringt man zu es-sigsaurem Aethyloxyd wässeriges Ammoniak und lässt die Mi-schung einige Tage unter zeitweisem Umschütteln stehen, >olost sich der Essigäther auf, und durch Eindampfen der Flüssig-keit erhält man das Aeetamid in farblosen seideglänzenden Kry-stallen. Es entsteht hierbei gleichzeitig Alkohol nach der Glei-chung :
C<II 5 O . C 4 1I 3 0 3 -f Sil, = C 4 H, O, + C, II 5 NO...
Das Aeetamid schmilzt bei 78° und siedet bei 221°. Es istvollkommen neutral; Säuren und Alkalien zerlegen es beim Ko-chen in Essigsäure und Ammoniak, wobei 2 Aeq. Wassea aufge-nommen werden:
C 4 HjNO, •+- 2HO = C,II,0 4 + NH,.
819. Erhitzt man Aeetamid mit wasserfreier Phosphorsäure,so verwandelt es sich unter Abgabe von 2 Aeq. Wasser inAcetonitril, 0 4 II 3 X, welches überdestillirtund durch Abküh-len als farblose Flüssigkeit erhalten wird. Es siedet bei 77° undmischt sich mit Wasser und Alkohol in jedem Verhältniss. DurchKochen mit Säuren oder Alkalien verwandelt es sich unter Auf-nahme von 4 Aeq. Wasser in Essigsäure und Ammoniak:
C 4 H» X + 4 II O = C 4 H, 0 4 + XII ,Das Acetonitril ist identisch mit dem Cyanmethyl, wel-ches durch Destillation von schwefelsaurem Methyloxyd mit Cyan-kalium bereitet wurde.
820. Chloral (Aldehyd der Trichloressigsäurc), C 4 Cl 3 HO,.Das Chloral entsteht bei der Einwirkung von Chlor auf Alko-hol, Stärkmehl oder Zucker. Man stellt es am leichtesten durchEinleiten von trocknem Chlorgas in wasserfreien Alkohol dar.Es entsteht hierbei eine grosse Menge von Chlorwasserstoff-säure :
C 4 H, O s -f 8 Cl= C 4 Cl 3 H 0 2 + 5 II Cl.Xach längerem Einleiten von Chlorgas schüttelt man dieFlüssigkeit mit concentrirter Schwefelsäure und destillirt. DasChloral geht als farbloses dünnes Oel von 1,502 speeif. Gewichtüber; es siedet bei 94° und die Dämpfe greifen die Augen hef-tig an. Beim Aufbewahren in verschlossenen Gelassen verwan-delt sich das Chloral in eine feste porcellanartige Masse, diedem Chloral isomer ist und beim Erhitzen auf 180° wieder in