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1 (1855) Anorganische Chemie und Abriss der organischen Chemie
Entstehung
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706
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70G Essigsaure Salze.

HO.C 4 H 2 C10 3 welche der Essigsäure in ihren Eigenschaltensehr gleicht. Bringt man dagegen in eine mit Chlorgas gelullteFlasche Essigsäurehydrat und setzt sie dem directen Sonnenliehtaus, so entsteht T ri chlor essigsäur e , HO . C 4 Cl 0 3 , wel-che in farblosen Rhomboedern krystallisirt. Es ist eine starkeSäure, die leicht in Wasser löslich ist, und mit den Basen los-liche Salze bildet. Durch Kaliumamalgam wird die Säure inihrer Lösung wieder in gewöhnliche Essigsäure verwandelt :C« Cl„ O s + 3 HO -f 6 K = KO. C< H 3 0 8 + 3 K Cl + 2 KO.

814. Verwandlungen der Essigsäure. Leitet mandie Essigsäure in Dampfform durch ein zum sehwachen Glühenerhitztes Glasrohr, so zerlällt sie in Wasser, Kohlensäure undAceton (C 6 H 6 0 2 ) nach der Gleichung:

2(C 4 H,0 4 ) = 2 HO + 2 CO, + C 6 H 6 0. 2 .Das Aceton wird leichter durch Erhitzen trockner essig-saurer Salze erhalten. Beim schwachen Glühen von essigsau-rem Kalk entweicht Aceton, während kohlensaurer Kalk hinter-bleibt: 2 (CaO . C 4 H 3 0 3 ) = C 0 H 6 O 2 -4- 2 (CaO.CO,). DasAceton ist eine farblose neutrale Flüssigkeit von 0,814 speeif.Gewicht, die bei 5(5° siedet. Es verbrennt mit wenig leuchten-der Flamme wie Weingeist, und lässt sich in jedem Verhältnissmit Wasser, Alkohol und Aether mischen.

815. Weitere Verbindungen des Radicals der Es-sigsäure. In naher Beziehung zur Essigsäure steht der Al-dehyd, C4H4 O s , das Chloracetyl, C 4 II, O,, Cl, unddasAcet-amid, 0,115X0.2. Je nach der Zusammensetzung, die mandem Radical der Essigsäure beilegt, erhält die Zusammensetzungdieser Verbindungen einen anderen Ausdruck:

EssigsäureAldehyd .ChloracetylAcetamid .

Aectyl C, H 3 .

C 4 IL + 0 3C 4 II 3 + 0-f-HOC 4 II, + 0, + ClC 4 H 3 + O s + XH s

Acetyl C„ H, Oj.C 4 H 3 0,-f 0,C 4 H 3 O s + H,C 4 H 3 O s + Cl,

C 4 H,0, + XII..

810. Der Aldehyd ist das erste Product bei der Oxyda-tion des Alkohols; er entsteht ferner bei der trocknen Destilla-tion vieler Stoffe, sowie bei der Oxydation von Milchsäure, Zu-cker und eiweissartiger Körper. Seine Bildung aus Alkohol ge-schieht nach der Gleichung:

C„ II 6 0 2 + O, = C 4 II, O., + 2 HO.

Man stellt den Aldehyd durch Erhitzen einer Mischung von2 Thln. Weingeist, 3 Thln. Schwefelsäurehydrat, 2 Thln. Wasser