Essigsaure Salze. 705
Das einfach-essigsaure Bleloxvd (Bleizucker), Pb 0 .C4II3O3 + 3 HO, wird im Grossen durch Auflösen von Blei-glätte in destillirtem Essig dargestellt und krystallisirt in monokli-nometrischen Prismen von anfangs süssem, später widrig metalli-schem Geschmack. Es löst sich in lV 2 Thl. kaltem Wasser undin 8 Thln. Alkohol.
Beim Kochen der wässerigen Lösung von 1 Thl. einfach-saurem Salz mit 0,G Thln. Bleioxyd löst sich viel Oxyd auf, undes entsteht halb-essigsaures Bleioxyd, 2 Pb O . C 4 IL, 0 3 ,welches durch Zusatz von Alkohol aus der Lösung gelallt wer-den kann. T>ei Anwendung von überschüssigem Bleioxyd ent-hält die Lösung dagegen drittel-essigsaures Bleioxyd,3 PbO . C,H 3 0 3 . Alan wendet diese stark alkalisch reagiren.deLösung, welche man Bleiessig nennt, zur Darstellung vonkohlensaurem Bleioxyd (581.) an.
Die Verbindungen der Essigsäure mit Bleioxyd haben inGewerben, sowie in der ilcdiein vielfache Anwendung gefunden.
Essigsaures Kupferoxyd. Das einfach-essigsaure Ku-pferoxyd, Cu O . C.,11,0., -j- ILO, der sogenannte destillirteGrünspan, wird durch Auflösen von Kupferoxyd in Essigsäuredargestellt, und krystallisirt in dunkelgrünen rhombischen Säu-len. Der gewöhnliche Grünspan ist ein Gemenge von halb-essigsaurem Kupferoxyd (2 Cu O . C 4 H 3 0 3 -}- 0 HO) undzweidrittel-essigsaurein Kupferoxyd (3 CuO. 2 C 4 II 3 0 3-f- GHO); er ist um so mehr blau gefärbt, je mehr er von er-sterein Salz enthält. Der Grünspan wird im Grossen darge-stellt, indem Kupferbleche bei Zutritt der Luft mit Essigsäureoder Weintrcbern (in welchen bei Luftzutritt viel Essigsäuresich bildet) in Berührung gebracht werden, wobei das KupierSauerstoff aufnimmt und sich bald mit einer dicken Schicht vonGrünspan überzieht, die man abklopft.
Der Grünspan hat, besonders zur Darstellung grüner Far-ben, eine bedeutende Anwendung. Das S chweinfurt er Grünist ein Doppelsalz von arsenigsaurem und essigsaurem Kupfer-oxyd, 3 (Cu 0 . As 0 3 ) -f- Cu O . C 4 H 3 0 3 , was man durch Ver-mischen der kochenden Lösungen von gleichen Theilen arseni-ger Säure und krystallisirtem Grünspan darstellt.
813. Substitutionspr oduete der Essigsäure. DieE*sigsäure erleidet bei der Behandlung mit Chlorgas eine Ver-wandlung, indem ein Theil des Wasserstoffs derselben durchChlor substituirt wird. Im zerstreuten Tageslicht verwandeltsie sich bei dem Einleiten von Chlorgas in Chloressigsäure,Regnault-Strecker's Chemie. 45