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1 (1855) Anorganische Chemie und Abriss der organischen Chemie
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685
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Einwirkung des Ammoniaks.

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3. Nehmen 2 Aeq. eines Säurehydrats 1 Aeq. Ammoniak auf,und treten hierbei 2 Aeq. Wasser aus, so entsteht dieAmin-säure. Diese Verbindungen sind stets saurer Natur, dochsättigen sie nur halb so viel Basis, als die darin enthalteneSaure im freien Zustande. Das zweifaeh-oxalsaure Am-moniak, NH, . 2 (HO . C 2 0 3 ), verwandelt sich beim Er-hitzen unter Austreten von Wasser in Oxaminsäure, HOC 4 H 2 N0 5 , nach der Gleichung:

NH 3 . 2 (HO . C s 0 3 ) = CIL, NO« + 2 H O.

4. Werden aus dem zweifach-sauren Ammoniaksalze dagegen4 Aeq. Wasser abgeschieden, so entsteht das sogenannte Im id.Die Imide sind keine eigentlichen Säuren mehr, doch be-sitzen sie die Fähigkeit, sich mit Silberoxyd und einigenanderen Oxyden zu vereinigen. Das zweifach-phtalsaureAmmoniak, NH 3 . 2 (HO . C 8 H,,0 3 ), geht beim Erhitzen,unter Abscheidung von 4 Aeq. Wasser, in Phtalimid, C 16H 5 N0 4 , über, nach der Gleichung:

NH 3 . 2 (HO . C a H, 2 0„) = C, H 5 NO, + 4 II O.

Die Amide, Nitrile, Aminsäuren und Imide liefern beim Er-hitzen mit starken Säuren oder Alkalien, unter Aufnahme von2 oder 4 Aeq. Wasser, wieder Ammoniak und die ursprünglicheSäure, aus welcher sie entstanden sind.

787. Nachdem wir die Verbindungsverhältnisse des Ammo-niaks mit den organischen Stoffen kennen gelernt haben, könnenwir das Verhalten des Ammoniaks näher beschreiben.

Die Amide, Nitrile, Aminsäuren, Imide entstehen entwederbeim Erhitzen der Ammoniaksalze für sich (z. B. Benzonitril,Phtalimid) oder mit wasserfreier Phosphorsäure, wobei das aus-tretende Wasser entweder dampfförmig entweicht, oder von derPhosphorsäure aulgenommen wird.

Dieselben Verbindungen entstehen ferner beim Zusammen-kommen der vorher von Wasser befreiten organischen Stoffe mittrocknem Ammoniakgas. In dieser Weise giebt die wasserfreieBenzoesäure, C 14 H 5 0 3 , mit Ammoniak Benzamid und benzoe-saures Ammoniumoxyd nach der Gleichung:2 (C l4 H 8 0 8 ) + 2NH s = C,,H 7 N0 2 + NH.0 . 0 14 H 6 O 3 .

Eine häufig angewendete ^Methode zur Darstellung von Araid-verbindungen besteht darin, die Chlor-, Brom- oder Jodverbin-dungen der organischen Radicale mit Ammoniak zu behandeln,wobei das Chlor sich mit einem Theil des Wasserstoffs zu Chlor-wasserstoffsäure, und diese mit Ammoniak zu Salmiak sich vor-