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1 (1855) Anorganische Chemie und Abriss der organischen Chemie
Entstehung
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656
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C50 Gepaarte Verbindungen.

zeugen, dass ein und derselbe zusammengesetzte Stoff aus einerVerbindung mit einem einlachen Stoff abgeschieden und unver-änderlich in andere Verbindungen übergeführt werden kann, dassman z. B. aus der Sauerstoffverbindung desselben den Sauerstoff-wegnehmen und durch Chlor, Brom, Jod, Schwefel u. s. w. er-setzen kann, oder dass man aus einer niedrigeren Oxydations-stufe desselben eine höhere darstellen kann. Auch in der un-organischen Chemie erkannte man die Kxistenz des Fluors, langebevor man es für sich dargestellt hatte, daran, dass der nämlicheStoff aus einer Verbindung in die andere übergeführt werdenkonnte, dass man in der Calciumverbindung das Calcium weg-nehmen und durch Wasserstoff, Kalium, Silber u. s. w. ersetzenkonnte.

Die Natur bedient sich also zur Hervorbringung von zahl-reichen organischen Verbindungen eines sehr einlachen Mittels;sie schafft neue Elemente durch Vereinigung anderer, einfacherStoffe.

75G. Nicht alle organischen Stoffe sind blosse Verbindungenvon zusammengesetzten Radicalen mit einfachen Stoffen, sondernviele derselben sind durch Vereinigung zusammengesetzter Stoffeunter einander entstanden. Es treten hierbei eigenthumliche, vonden früher betrachteten abweichende Verhältnisse ein. Durch dieVereinigung einer Säure mit einer Basis entsteht, wie wir (S. 288)gesehen haben, ein Salz; bringt man ein solches Salz mit einerstärkeren Säure zusammen, so wird die schwächere Säure abge-schieden und die stärkere Säure nimmt in dem Salz deren Stelleein, wodurch ein neues Salz entsteht. Ebenso verhält es sich,wenn man zu einem Salz eine Basis bringt, welche unter dengegebenen Umständen stärker ist als die in dem Salz enthalteneBasis. Die schwächere Basis wird von der stärkeren Basis ausder Verbindung abgeschieden und ein neues Salz gebildet. Kom-men ferner zwei Salze zusammen, so findet unter den früher(315 ff.) beschriebenen Verhältnissen ein Austausch zwischen dendarin enthaltenen Basen und Säuren statt. Auch unter denorganischen Verbindungen giebt es Säuren, Basen und durchVereinigung von beiden entstandene Salze, welche vollkommendieselben Erscheinungen darbieten, wie die unorganischen salz-artigen Verbindungen. Dagegen kommen auch Verbindungenzusammengesetzter Stoffe vor, welche sich nicht durch Zusam-menbringen mit stärkeren Säuren oder Basen trennen lassen,und welche mit Salzen nicht die Erscheinung zeigen, dass einedoppelte Zersetzung beider Verbindungen eriblgt. Solche Ver-