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1 (1855) Anorganische Chemie und Abriss der organischen Chemie
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655
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'Zusammengesetzte Kad i c a 1 <

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Wir haben (S. 339 ff.) die Verbindungen des Kaliums be-schrieben, und gesehen, dass dieser einlache Körper sich mitSauerstoff zu Kali (KO), mit Chlor und Jod zu Chlorkalium(KCl), und Jodkalium (KJ), mit Schwefel zu Schwefelkalium(KS) vereinigt; dass diese Verbindungen sich wieder mit zusam-mengesetzten Körpern vereinigen: Kali z. B. mit Salpetersäurezu salpetersauren) Kali (KO . X0 5 ); mit Schwefelsäure zu schwe-felsaurem Kali (KO.S0 3 ); das Schwefelkalium mit Schwefelwas-serstoff zu Schwefelwasserstoff-Schwefelkalium (KS . IIS). Unterden organischen Stoffen wiederholen sich dieselben Verhältnisse.Es giebt einen aus Kohlenstoff und Wasserstoff zusammenge-setzten Stoff. Aethyl genannt, von der Formel: C 4 H 5 , wel-chen wir durch das Zeichen: Ae = C 4 H 5 , darstellen wollen, dersich in ähnlicher Weise wie Kalium mit einlachen Stoffen verei-nigt, und dessen Verbindungen sich mit anderen zusammenge-setzten Stoffen in entsprechender Weise verbinden. Die Bezie-hungen der Verbindungen des Kaliums und des Aethvls fallenbeim Zusammenstellen der Formeln deutlich in die Augen:

KO Kali.

KCl Chlorkalium.

KJ Jodkalium,

KS Schwefelkalium,

KO.IIO Kalihydrat,

K0.KO 5 salpetersaures Kali.

KO . S0 3 schwefelsaures Kali.

KS. HS Schwefelwasserstoff-Schwefelkalium,

AeO Aethyloxyd (Aether),

AeCl Chloräthyl,

AeJ Jodäthyl,

AeS Schwefeläthyl,

AeO. HO Aethyloxydhydral

(Alkohol),Ae O . N 0 5 salpetersaures

Aethyloxyd,Ae O . SO, schwefelsaures

Aethyloxyd.AeS . HS Schwefelwasserstoff-Schwefeläthyl,

u. s. w.

Die zusammengesetzten Stoffe, welche sich in ihren Verbin-dungen wie einfache Stoffe verhalten, nennt man zusammen-gesetzte Eadicale, und man kann hiernach die organiselieChemie als die Chemie der kohlenstoffhaltigen zusam-mengesetzten Radicale definiren.

Viele von diesen zusammengesetzten Radicalen sind für sichnoch nicht dargestellt worden, obgleich man jetzt schon eine An-zahl derselben im freien Zustande kennt. Es ist aber auch garnicht nothwendig, um das Vorhandensein eines Badicals zu er-kennen, dasselbe zu isoliren, sondern es genügt, sich zu über-