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1 (1855) Anorganische Chemie und Abriss der organischen Chemie
Entstehung
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Dritt

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Die organischen Verbinclungen.

754. Die in den Pflanzen und Thieren ausschliesslich vor-konunenden Stoffe unterscheiden sich von den in der unorgani-schen Natur sich findenden Körpern in vielen Beziehungen.Durch Einwirkung verschiedener Kräfte kann man aus ersterenStoffen eine grosse Anzahl von Verbindungen ableiten, welchenoch ähnliche Verhältnisse zeigen wie die Stoffe, aus denen sieentstanden sind, sich aber immer mehr und mehr dem Verhaltender unorganischen Verbindungen nähern, und zuletzt in dieseübergehen, so dass von den höchst zusammengesetzten organi-schen Verbindungen bis zu den einfachsten unorganischen Kör-pern eine ununterbrochene Stufenleiter sich herstellen lässt.Man kann aber auch umgekehrt, von den einfachsten unorgani-schen Stoffen ausgehend, durch verschiedene Processe zusammen-gesetztere Verbindungen darstellen, und auf diese Weise Stoffeerhalten, welche mit dem 'in den lebenden Wesen vorkoritmenden,oder den daraus abgeleiteten Körpern identisch sind. Man hatzwar auf letztere Weise noch bei weitem nicht alle organischenStoffe dargestellt, sondern bis jetzt nur die in der Stufenleiterziemlich tief stehenden, und daher ziemlich einfach zusammenge-setzten Glieder hervorgebracht, und es ist gegenwärtig nochnicht zu entscheiden, ob es überhaupt möglich ist, die letztenProducte des Pflanzenlebens durch blosse chemische Kräfte (wieman sagt künstlich) darzustellen.

755. Alle organischen Stoffe enthalten Kohlenstoff; sie sindferner wesentlich dadurch von den unorganischen Stoffen unter-schieden, dass in ihnen zusammengesetzte Stoffe die Rollespielen, wie die einfachen Stoffe in den unorganischen Kör-pern. Wir wollen dies an einem Beispiel deutlich zu machensuchen.