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1 (1855) Anorganische Chemie und Abriss der organischen Chemie
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607
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Plati

C07

worin das Gold sich löst. Durch Abdestilliren des Quecksilberswird es in fester Form erhalten.

Eine nicht unbedeutende Menge Gold wird bei dem Affinirendes Silbers gewonnen. Alles unmittelbar aus den Erzen darge-stellte Silber enthält nämlich eine gewisse Menge von Gold, welchebei dem Auflösen des Silbers in Salpetersäure oder concentrirterkochender Schwefelsäure hinterbleibt. Man verfährt hierbei jetztmeistens in der Weise, dass man die Silberlegirung in gusseiser-nen Kesseln mit concentrirter Schwefelsäure erhitzt, wobei dasKupier und Silber sich in schwelelsaures Kupferoxyd und Silber-oxyd verwandeln und zum grössten Theile lösen. Die klare Lö-sung wird in bleierne, mit kaltem Wasser gefüllte Gefässe ge-gossen, und das im Kessel zurückbleibende Gold mit einer neuenPortion Schwefelsäure gekocht und mit Wasser gewaschen, wo-durch es frei von Kupfer und Silber erhalten wird. Aus demschwefelsauren Silberoxyd in der Bleipfanne wird durch Einbrin-gen von Kupferblechen das Silber in reinem Zustande gefällt;das hierbei in grosser Menge erhaltene schwefelsaure Kupferoxydwird durch Abdampfen krystallisirt. Selbst wenn der Goldgehaltnur y i2 bis %„ Proc. beträgt, lässt es sich von dem Silber nochmit einem kleinen Vortheil abscheiden.

Platin.

Aequivalent: Pt = 98,G.

G91. Das Platin wurde erst in der Mitte des vorigen Jahr-hunderts nach Europa eingeführt, ist aber schon weit länger inAmerika unter dem spanischen Kamen Piatina bekannt; manwendete es indessen nicht an, weil man es nicht zu bearbeitenverstand. Das zu Geräthschaften verarbeitete käufliche Platin istfast rein und enthält gewöhnlich nur etwas Iridium, wodurchseine Härte vermehrt, seine Geschmeidigkeit aber vermindert wird.Zur Darstellung von ganz reinem Platin löst man käufliches Pla-tin , wozu man in den Laboratorien gewöhnlich unbrauchbar ge-wordene Platingeräthschaiten anwendet, in Königswasser auf, in-dem man das Metall zuerst mit viel Chlorwasserstoffsäure über-giesst und allmälig Salpetersäure in kleinen Antheilen zusetzt,bis die völlige Lösung stattgefunden hat. Man verdampft zur