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1 (1855) Anorganische Chemie und Abriss der organischen Chemie
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606
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Gold.

Das gediegene Gold wird besonders im Quarzsande gefun-den, der im Alluvium häufig ausgedehnte Strecken überzieht, undvon der Zerstörung kristallinischer Felsarten herrührt. Die be-deutende Schwere des Goldes hat die Fortfuhrung desselben mitden anderen Mineralien, mit welchen es ursprünglich vermengtwar. gehindert, und seine UnVeränderlichkeit durch chemischeAgentien hat es in metallischen Blättern erhalten. Die Haupt-lager von goldhaltigem Sand sind in Brasilien, Mexico, Chili, amUral und Alta'igebirge in Sibirien, und endlich in Californien,sowie in Australien, woselbst kurzlich Goldlager entdeckt wurden,welche alle bis dahin bekannten an Keichthum weit übertreffen.Gewöhnlich kommt das Gold in dem Sand in Gestalt von Blätt-chen oder auch kleinen, abgerundeten Körnern vor; zuweilenfindet man aber auch grössere Massen, von der Grösse einerNuss bis zu mehrere Pfund schweren Stücken. Am Ural hatman z. B. einen 72 Plünd schweren Goldklumpen gefunden.

Der Sand vieler Flüsse, welche aus Urgebirgen kommen, ent-hält Goldblättchen beigemengt; dies ist z. B. der Fall beimRhein, Inn, Isar, Donau, Garonne u. s. w.; das Gold ist indessenin zu kleinem Yerhältniss beigemengt, als dass man vortheilhalteine regelmässige Gewinnung darauf gründen könnte, aber dieEinwohner beschäftigen sich häufig, wenn an anderer ArbeitMangel ist, mit dem Waschen des Goldes. Die in dem Fluss-sand zertheilten Goldblättchen sind gewöhnlich ausserordentlichdünn; häufig gehen 20 Stück auf ein Milligramm.

In Sibirien lässt sich das Gold aus Sand, welcher wenigerals 0,000001 Gold enthält, nicht mehr vortheilhaft darstellen: derRheinsand enthält gewöhnlich nur '/„ dieser Menge.

Das Gold kommt auch in Verbindung mit Tellur (als Blät-tertellur. Schriittellur) in einigen Bergwerken Siebenburgens vor.In Brasilien findet sich eine Legirung von Gold, Silber und Pal-ladium in kleinen Krystallblättern. Es giebt ferner in Gängendes Urgebirges last keinen Eisenkies, der nicht ein wenig Goldenthielte, und zuweilen kommt selbst so viel darin vor, dass manes mit Vortheil daraus gewinnen kann.

Das Goldwaschen geschieht auf sehr einfache Weise durchein Schlemmvcriähren, und wird häufig in hölzernen Bütten aus-geführt. In anderen Fällen breitet man den Sand auf einem ge-neigten Brett aus und lässt Wasser darüber fiiessen. Das Brettenthält querüber eine Reihe von Einschnitten, worin das Goldund die schweren Mineralien sich ansammeln. Der hierdurcherhaltene goldreichere Sand wird mit Quecksilber behandelt,

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