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1 (1855) Anorganische Chemie und Abriss der organischen Chemie
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368
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Natrium.

zu einer dicken Flüssigkeit schmilzt, und beim Erkalten nichtwieder krystallisirt, sondern ein glasartiges Ansehen behält. Dergeschmolzene Borax ist so zähe, dass man ihn in lange, feineFäden ausziehen kann.

Dieses Boraxglas löst in der Hitze fast alle Metalloxyde mitbesonderer Färbung auf, so dass man hierdurch die verschiede-nen Metalle in vielen Fällen von einander unterscheiden kann.Diese Eigenschaft des Borax ist für die qualitative Analyse umso werthvoller, als man noch äusserst geringe Mengen der Stoffehierdurch nachweisen kann. Man bedient sich hierbei gewöhnlicheines Platindrahts (Fig. 122), den man an einem Ende zu einerOese umbiegt. Man taucht diese etwasbefeuchtete Oese in gepulverten was-ä serfreien Borax, und setzt ein wenigvon dem zu prüfenden Metalloxyd zu,Masse vor dem Löthrohr (Fig. 123), underhält eine Perle,, in wel-

Fig. 122.

erhitzt hierauf die

Fig. 123.

eher das Metalloxyd sichlöst j nach dem Erkaltenkommt die charakteristi-sche Färbung des Metall-oxyds zum Vorschein.

Man wendet hierbeientweder die Flamme einerSpirituslampe, oder dieeiner Oellampe, oder selbst die Flamme einer gewöhnlichen Kerzean. Wenn das Metalloxyd zwei verschiedene Oxydationsstufenbildet, so färben dieselben den Borax meistens verschieden, undda man nach Belieben diese beiden Oxydationsstufen hervorbrin-gen kann, so benutzt man sie beide zur Kachweisung des Me-talls. In dem glänzenden Theil a b der Löthrohrflamme (Fig. 124).™ ,24 der unmittelbar vor dem

dunkeln Theil a a' sichzeigt, wirkt das Gas redu-cirend, weil darin nochunverbrannte Theile sichbefinden; dieser Theil derFlamme ist von einer blauenHülle c umgeben, welcheim Gegentheil oxydirendwirkt, weil sie einen Ueberschuss von atmosphärischer Luft ent-hält. Will man daher in einer Boraxperle die der höheren Oxy-

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