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1 (1855) Anorganische Chemie und Abriss der organischen Chemie
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Sauers toff

Fig. 11.

zu verdorben wäre, und die Verbrennung nicht lebhaft genug un-terhalten würde. Durch einen sehr einfachen Kunstgriff, denman sich durch einige Uebung leicht zu eigen macht, athmetman durch die Nase Luft ein und bläst sie unmittelbar, in Folgeder Wirkung der Backenmuskeln, in das Löthrohr. Nach einigerUebung ist es nicht schwer, einen anhaltenden Luftstrom wäh-rend 10 Minuten in dem Löthrohr zu erhalten. Gewöhnlich istdas Löthrohr aus mehreren Stücken zusammengesetzt. Einekegeltörmige Röhre ab (Fig. 11), deren Fassung bei a in denMund gesteckt wird, ist an dem anderen, engeren Ende in einemcylindrischen Behälter cd befestigt, welchergleichzeitig als Windkasten und zur Ansamm-lung der, durch den Luftstrom mitgerissenenFeuchtigkeit dient. Seitlich befindet sich andem Cylinder ein kleines Ansatzrohr f, in wel-ches die Spitze g eingerieben ist. Gewöhn-lich wird darüber ein kleiner Aufsatz h von Platin ge-steckt, der je nach der Stärke des Luftstromes, dieman beabsichtigt, eine engere oder weitere Oeffnunghat.

Wenn man in eine Weingeistflamme vermittelst die-ses Löthrohrs einen Luftstrom leitet, so wird die Spitzeder Löthrohrflamrne hinreichend heiss, um einen sehrdünnen Platindraht zu schmelzen; lässt man aber stattdes Luftstromes einen Strom von Sauerstoffgas in dieWeingeistflamme treten, so erlangt man eine hinläng-lich hohe Temperatur, um einen % Millimeter dickenPlatindraht zum Schmelzen zu bringen. Der Versuchlässt sich am einiächsten mittelst eines Gasometers (38-)anstellen. An die seitliche, durch einen Hahn verschlosseneOeffnung m, Fig. 12, bringt man eine feine Löthrohr -spitze n an, die man in das Innere der Flamme einerAlkohollampe steckt, und öffnet hierauf die Hähne.Hat man keinen Gasometer zur Verfügung, so kann man denVersuch auch mit einer Blase anstellen, die man mit Sauerstofffüllt. Man taucht die Blase zuerst in Wasser ein, wodurch siebiegsam wird, befestigt hierauf an ihrem Halse die kleine metallene,mit einem Hahn versehene Fassung r und verdrängt durch Zu-sammendrücken die Luft aus ihr. Das Metallstück r, Fig. 13,lässt sich auf eine kupferne, gleichfalls mit Hahn versehene Fas-sung s aufschrauben, welche den oberen Theil einer Glasglocke rschliesst. Die Glasglocke steht unter Wasser, und ist vorher mit

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