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Einleit um
denen Flüssigkeit nicht mehr gelöst bleiben können, sich ab-scheiden und dabei nach ihren eigenthümlichen Symmetrie-gesetzen ordnen. Das salpetersaure Kali, oder der Salpeter, kry-stallisirt leicht in dieser Weise. Wenn die Abkühlung schnellerfolgt, oder wenn die Flüssigkeit fortwährend umgerührt wird,so tritt eine gestörte Krystallisation ein. es bilden sich dannnur kleine, krystallinische Körner. In anderen Fällen lässt maneinen in einer Flüssigkeit gelösten Stoff dadurch krystallisiren,dass man das Lösungsmittel verdampft, und so die Menge des-selben vermindert; nach einiger Zeit ist sie zu klein, um nochdie ganze Menge des Körpers gelöst zu behalten; dieser scheidetsich alsdann allmälig in krystallinischer Form ab. Auf dieseWeise wird das Kochsalz in Krystallen erhalten. Wasser. Alko-hol und Aether sind die gewöhnlich in den Laboratorien ange-wendeten Lösungsmittel; seltener benutzt man auch Schwefelkoh-lenstoff.
Man nennt die Krystallisation der Körper mitteslt Auflösun-gen Krystallisation auf nassem Wege, während man mit:Krystallisation auf trocknein Wege die Ueberführungder Körper in Krystalle durch Erkalten nach dem Schmelzen odernach der Verflüchtigung bezeichnet.
14. Der Schwefel krystallisirt, wie erwähnt, leicht nach demSchmelzen; man kann ihn auch auf nassem Wege krystalli-sirt erhalten • zu diesem Zwecke braucht man ihn nur in Sehwe-felkohlenstoff zu lösen und die Flüssigkeit freiwillig verdunstenzu lassen. Der Schwefel scheidet sich hierbei in schönen Kry-stallen ab; die Gestalt dieser Krystalle ist aber sehr verschiedenvon der Krystallgestalt des durch Schmelzen erhaltenen Schwe-fels, und beide Formen zeigen durchaus verschiedene krystallo-graphische Symmetriegesetze. Derselbe Körper kann hiernachin verschiedenen Gestalten erhalten werden, welche nicht denselbenSymmetriegesetzen gehorchen; aber dies findet nur dann statt,wenn die Krystallisation unter von einander abweichenden Ver-hältnissen stattfindet, wie z. B. bei sehr verschiedenen Tem-peraturen. Der geschmolzene krystallisirende Schwefel gehorchtden Kräften, welche bei einer Temperatur von 111 Grad aufihn einwirken, wo er feste Form annimmt, während derdurch freiwillige Verdunstung aus einer Lösung von Schwefel-kohlenstoff sich abscheidende Schwefel seine Moleküle nach denbei gewöhnlicher Temperatur auf ihn einwirkenden Krälten ord-net ; man begreift leicht, dass diese Kräfte unter so verschiedenenVerhältnissen, hinreichend von einander abweichen können, um