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1 (1855) Anorganische Chemie und Abriss der organischen Chemie
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C Einleitung.

bei gewöhnlicher Temperatur und bilden kohlensauren Kalk, wel-cher in der Glühhitze sich wieder zersetzt und Kohlensäure ent-weichen lässt. Bei gewöhnlicher Temperatur ist die Verwandt-schaft zwischen Kalk und Kohlensaure sehr gross, während heider Glühhitze diese Verwandtschaft gleich null ist.

7. Gesetz der vielfachen (multiplen) Propor-tionen*). Wenn zwei Körper A und B sich verbinden, sovereinigt sich ein Molekül von A mit 1, 2, 3, 4 ... . Molekülenvon B\ oder auch 2 Moleküle von A verbinden sich mit 1, 3, 5,7 . . . . Molekülen von B , oder endlich 3 Moleküle von A ver-einigen sich mit 4, 5, 7 ... . Molekülen von B, und so fort. Esist hiernach klar, dass in den verschiedenen Verbindungen, welcheeine Substanz B mit demselben Gewicht einer Substanz A ein-gehen kann, die Gewichte der Substanz B unter sich in einemdurch einfache Zahlen ausdrückbaren Verhältniss stehen müssen.Diese durch vielfache Versuche vollkommen festgestellte That-sache ist der hauptsächlichste Beweisgrund der Chemiker für diebegrenzte Theilbarkeit des Stoffes und für die Existenz unheil-barer Moleküle. Die Erfahrung hat ferner gelehrt, dass die ein-fachsten Verhältnisse bei weitem am häufigsten vorkommen; sofindet man in den Verbindungen gewöhnlich die Verhältnisse1 : 1; 1 : 2; 1 : 3; 1 : 4; oder 2 . 3; 2 : 5; 2 : 7. Dieses Ge-setz, welches die Verhältnisse, nach welchen sich zwei Stoffe ver-binden können, feststellt, führt den Namen: Gesetz der viel-fachen Proportionen. Wir werden in der Folge, wenn wirdie zusammengesetzten Körper näher betrachten, die Thatsaehen,welche dieses Gesetz auf eine unbestreitbare Weise darlegen, ken-nen lernen.

8. Von den verschiedenen Eigenschaften, welchezur Unterscheidung der Stoffe dienen. Um die ver-schiedenen Körper zu beschreiben, um sie von einander zu un-terscheiden, benutzt man die Eigenschalten derselben, welchebald durch das verschiedene Aussehen, oder durch physikalischeEigens chatten, bald durch die Eindrucke, welche sie auf unsereOrgane machen, sich zu erkennen geben. Folgendes sind diehauptsächlichsten physikalischen Eigenschaften, zu welchen derChemiker bei der Beschreibung eines Stoffes seine Zufluchtnimmt:

1. Die Beschaffenheit des Aggregatzustandes eines Korpers,

*) Dieses Gesetz wurde zuerst von Dalton L807 aufgestellt.