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1 (1855) Anorganische Chemie und Abriss der organischen Chemie
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E

mleitung.

oder Atome nennen. Die Moleküle der einfachen Stoffe sindnatürlich auch einfach; die Moleküle der zusammengesetztenStoffe bestehen aus mehreren einfachen Molekülen; alle diese zu-sammengesetzten Moleküle eines Stoffes sind unter sieh ähnlichund in gleicher Weise geordnet.

4. Verschiedene Aggregatzustände der Körper.Die Körper zeigen sich in drei verschiedenen Zuständen, sie sindfest, tropfbar flüssig oder gasförmig. Einige Körper lassen sichleicht in den drei verschiedenen Zuständen erhalten; so nimmtdas bei der gewöhnlichen Temperatur des Sommers tropfbar flüs-sige Wasser, in der Winterkälte den testen Zustand, als Eis, an,während es durch die Einwirkung der Wärme leicht in den gas-förmigen Zustand oder in Dampf übergeht. Eine grosse Anzahlvon Körpern kann man in zwei Zuständen erhalten, in dem tropf-bar flüssigen und dem festen; hierher gehören die meisten Me-talle, wie Blei, Zinn, Kupfer, Silber, Gold u. s. w. Einige, wieEisen und Platin, erfordern indessen, um aus dem festen in denflüssigen Zustand überzugehen, die höchste Temperatur, welchewir in unseren Oefen erzeugen können. Man ist in der letztenZeit mittelst der galvanischen Säule dahin gelangt, noch weithöhere Temperaturen hervorzubringen, und dadurch mehrereMetalle, namentlich Gold, Silber, Kupier u. s. w., in den gasför-migen Zustand überzuführen.

Die Mehrzahl der bei gewöhnlicher Temperatur gasförmigenSubstanzen nimmt den tropfbar flüssigen Zustand an, wenn mansie gleichzeitig einem starken Druck und einer niederen Tempe-ratur aussetzt. Das Wasserstoffgas, Stickstoffgas und Sauerstoff-gas sind die einzigen einfachen Gase, welche bis jetzt noch nichtzu Flüssigkeiten sich verdichten Hessen; aber es ist kaum zu be-zweifeln, dass auch diese Stoffe in tropfbar flüssige Form über-gehen werden, wenn man einen stärkeren Druck und eine grös-sere Kälte anwenden kann.

Die Mehrzahl der in tropfbar flüssige Form übergeführtenGase lässt sich durch starke Kälte in feste Form bringen. Manbraucht hierzu nur den Druck, welcher das Gas in flüssiger Formerhält, allmälig zu vermindern, so dass dasselbe wieder Gasformannimmt; da bei dem Uebergang in Gasform eine gewisse Mengevon Wärme gebunden (latent) wird, welche das Gas der übri-gen Flüssigkeit entzieht, so erniedrigt sich die Temperaturder Flüssigkeit so sehr, dass sie häufig zu einer festen Masseerstarrt.

Mau kann hieraus schliessen. dass alle in der Natur vorkom-