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1 (1855) Anorganische Chemie und Abriss der organischen Chemie
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Einleitung.

biet der Physik gehören, wie z. B. die Entwickelung von Wärmeoder Elektricität; der Chemiker benutzt diese physikalischenKrälte mit Vortheil, um die chemischen Veränderungen, welcheer bewirken will, zu leiten. Es ist hiernach einleuchtend,dass diese beiden Wissenschalten fortwährend in einander ein-greifen, und dass das Studium derselben gleichzeitig stattfin-den muss.

2. Unterscheidung der Körper in einlache undzusammengesetzte Stoffe. Die Chemiker unterscheideneinfache und zusammengesetzte Stoffe. Mit letzteremNamen bezeichnet mau diejenigen Körper, aus welchen man meh-rere, unter sich und von dem ursprünglichen Körper in denEigenschaften verschiedene Stoffe ausscheiden kann. Das gewöhn-liche Kochsalz lässt siih z. B. in zwei Stoffe zerlegen: in Chlorund in Natrium: der Salpeter kann in Salpetersäure und in Kalizersetzt werden. Diese beiden letzten Körper sind selbst wiederzi^ammengesetzte Stoffe ; denn das Kali besteht aus Kalium undSauerstoff, die Salpetersäure aus Stickstoff und Sauerstoff. Chlor,Natrium, Kalium, Sauerstoff und Stickstoff dagegen sind niemalsin andere Stoffe zerlegt worden, welchen Einwirkungen man sieauch in den Laboratorien ausgesetzt hat. Aus diesem Grundehat man sie einfache oder unzerlegbare Stoffe (Elemente) ge-nannt.

Man nennt also diejenigen Stoffe einfache, welche mittelstder gegenwärtig uns zu Gebote stehenden Mittel nicht in andereStoffe sieh zerlegen lassen. Wir behaupten deshalb noch nicht,dass diese Körper wirklich unzerlegbar seien; es kann sehrleicht geschehen, dass künftige Fortschritte der Wissenschaft unsin den Stand setzen, Zersetzungen zu bewirken, wozu unserejetzigen Mittel nicht ausreichen, und dass in diesem Falle einegewisse Anzahl von Körpern, die wir jetzt als einfache betrach-ten , vielleicht selbst alle diese Stoffe, als zusammengesetzt er-kannt werden.

3. Theilbai-keit des Stoffes. Die tägliche Erfahrunglehrt uns, das die Körper in sehr kleine Theilchen zerlegt wer-den können; betrachtet man diese durch ein hinlänglich ver-grusserndes Mikroskop, so erscheinen sie als grobe Stücke, vondenen man wohl begreift, dass sie sich noch in viele Theile spal-ten lassen. Die Chemiker halten indessen die Theilbarkeit desStoffes nicht für unbegrenzt; sie nehmen vielmehr an, dass dieKörper in letzter Form aus äusserst kleinen, durch mechanischeMittel untheilbaren Theilchen bestehen, welche sie Moleküle